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Barbara & Karsten
Mali
unser rollendes Heim

 

 

Mali 

 

 

 

            

 

 

Ich wurde am 7. November 2005 zusammen mit vier Geschwistern auf dem Campingplatz Le Cactus in Bamako, Mali geboren. Wir Hundekinder waren die Attraktion auf dem Campingplatz und die Besitzer Joan und André kümmerten sich liebevoll um uns. Die ersten drei Monate gingen rum wie im Flug mit Welt entdeckten und herum tollen. Dann begann der ernst des Lebens. Zwei meiner Geschwister fanden ein Plätzchen und ende Februar tauchten Barbara und Karsten im Le Cactus auf. Sie verliebten sich sofort in mich. Ganz besonders witzig finden sie, dass mein rechtes Ohr steht und das linke hängt. Von meinen Denkerfalten auf der Stirn sind sie auch ganz angetan. Und überhaupt sagen sie mir immer wieder wie toll ich aussehe mit meinem glänzenden, weichen Fell und der interessanten Zeichnung.

Mir kam es ein wenig suspekt vor, als sich die beiden so sehr für mich interessierten. Ich mochte es gar nicht, dass ich plötzlich so ein blödes Ding um den Hals tragen musste  und als sie dann auch noch eine lange Leine daran fest machten, geriet ich vollends in Panik. Mittlerweile habe ich mich natürlich daran gewöhnt, ich kann es aber heute noch nicht ausstehen, wenn zu sehr an der Leine gezogen wird.

Sie nahmen mich mit zu ihrem Auto. Es fiel mir schwer, plötzlich nicht mehr bei meinen Geschwistern und ganz auf Barbara und Karsten, die ich doch kaum kannte, angewiesen zu sein. Die erste Nacht verbrachte ich jammernd auf meinem neuen Plätzchen im Auto - ich wollte nicht das Plätzchen, welches sie extra für mich gekauft hatten, sondern habe mir selbst eines gesucht und bis heute behalten. Barbara und Karsten hatten aber zum Glück viel Verständnis und waren sehr lieb zu mir. Ich habe die beiden darum ganz schnell in mein Herz geschlossen.

Am nächsten Tag musste ich eine Impfung über mich ergehen lassen. Aber wenn ich ehrlich bin, muss ich gestehen, dass ich die grosse Spritze, die der Tierarzt mir verpasst hatte, gar nicht weh tat. Und dann gings mit dem Auto auf meine erste Probefahrt ins Zentrum von Bamako. Es war einfach schrecklich! Mir wurde von dem Geschüttle und der Aufregung speihübel und ich musste mich schon nach den ersten paar Metern übergeben. Auf dieser kurzen Fahrt habe ich mir fast die Seele aus dem Leib gekotzt. Wenigstens war ich anschliessend so erschöpft, dass ich die ganze Rückfahrt verschlafen habe. Bei der nächsten Fahrt gings noch nicht besser und Barbara und Karsten befürchteten schon, dass ich mich wohl nie ans Autofahren gewöhnen würde. Aber von der dritten Fahrt an, besserte es rapide und heute macht mir nicht mal die allerschlimmste Piste etwas aus. Ich liege meistens auf meinem Plätzchen im Mittelgang und schlafe friedlich. Seit Namibia habe ich nun auch ein eigenes Plätzchen vorne zwischen dem Fahrer- und Beifahrersitz. So kann ich stehend oder sitzend während der Fahrt aus dem Fenster schauen und mithelfen nach den vielen wilden Tieren Ausschau zu halten. Und wenn ich auf diesem neuen Plätzchen schlafe, können mich die beiden die ganze Fahrt über streicheln. Wunderbar!

Schnell  einmal musste ich verschiedene Kommandos lernen. Wenn es eine feine Belohnung gibt, klappts meistens recht gut. "Sitz", "Platz" und "gibs Pfötli" mache ich fast immer - das ist ja easy. Aber wenn es um "hier", "nein" oder "pfui" geht, verschliesse ich schon ab und zu lieber mal die Ohren und tue so, als hätte ich nichts gehört. Das bringt Barbara und Karsten jeweils ganz schön auf die Palme. Sie rufen aber auch immer genau dann, wenn ich etwas speziell Feines oder Spannendes entdeckt habe...

Vom afrikanischen Hund sagt man, dass er in Sachen Fressen nicht heikel ist. Barbara und Karsten sehen das aber ganz anders. Sie behaupten immer ich sei extrem wählerisch - nur weil ich das, was sie mir vorsetzten, nicht immer fresse. Aber ich finde nun mal Fisch, Teigwaren, Couscous und gewisses Wurstzeug ätzend. Aber wählerisch bin ich sicher nicht, ich fresse schliesslich alles, was ich beim Spazieren aufstöbern kann und was schon lange vor sich hingammelt oder nach Scheisse riecht. Da werden Barbara und Karsten immer ganz wütend und waschen mir mein Maul sogar mit Seife aus. Wie kann man deswegen nur ein solches Theater machen ...?

Barbara und Karsten sorgen mit regelmässigen Morgen- und Abendspaziergängen dafür, dass ich immer genug Bewegung kriege. Neuerdings lassen sie mich auch auf kleinen Pisten neben dem Auto her rennen. Solange es nicht zu sehr staubt, ist das ganz cool und ich werde endlich mal ein wenig gefordert. Sie behaupten ja sowieso immer, ich sei so schnell. Meine Geschwindigkeit kann ich aber dann immer ausspielen, wenn ich mit anderen Hunden spielen darf - am liebsten natürlich mit Lakshmi, meinem grossen Vorbild. Barbara müssten nun nur endlich noch kapieren, dass ich Wasser nun mal nicht ausstehen kann und es gar nicht schätze, wenn sie mich in eine dieser blöden Pfützen schleppen und mich ans Ufer zurück schwimmen lassen!

Wir müssen leider immer wieder feststellen, dass ich in keinen der vielen Nationalparks mit darf. Barbara und Karsten haben aber auch hierfür eine Lösung: Wir campieren einfach zwei Tage ganz in der Nähe des Parks und an einem Tag geht Barbara in den Park und Karsten bleibt bei mir und am nächsten Tag wechseln sie. Und wenn wir mit Freunden unterwegs sind, ist alles noch einfacher, da diese jeweils gerne einen Tag auf mich aufpassen (ich versuche dann auch immer besonders artig zu sein). In die meisten Parks aber, die nicht ausgesprochene Tierparks sind, schmuggeln mich die beiden einfach rein und ich muss dann halt entweder im Auto bleiben oder darf nur an der Leine raus. Wenn man mich in Restaurants nicht rein lassen will - das kommt doch tatsächlich ab und zu vor - sind die beiden konsequent: wo man mich nicht will, wollen sie auch nicht hin.

Ich habe mit den beiden schon viel von der Welt gesehen und vieles gelernt. Ich bin schon ganz gespannt darauf, wie es in der Schweiz wird. Was ich allerdings über das weisse, kalte Zeugs - Schnee - gehört habe, macht mir schon ein wenig Angst, zittere ich hier in den kühleren Teilen Afrikas bei nächtlichen 10°C schon wie Espenlaub. Aber wie Barbara und Karsten hier dafür sorgen, dass ich mich unter eine wärmende Wolldecke und neuerdings auf ein flauschiges Schafsfell kuscheln kann, werden sie sicher auch in der Schweiz gut für mich sorgen.

In Windhoek wurde ich schweiztauglich "aufgerüstet": das heisst, ich wurde gechippt und ein Bluttest bestätigt, dass ich genug Antikörper gegen Tollwut habe. Das alles wurde während einer Vollnarkose gemacht, wo ich gleichzeitig auch gerade sterilisiert wurde und mir meine Kralle, die ich mir dummerweise zwei Tage zuvor an einem Zaun ausgerissen hatte, entfernt wurde. Ich habe alles gut überstanden, schliesslich war Barbara auch die ganze Zeit über, sogar während der Operation bei mir. Seit Nairobi kriege ich nun noch monatliche Spritzen als Vorbeugung gegen den "Herzwurm", der sich für uns Hunde tödlich auswirken kann.

Übrigens: ich bin ein echter Rassenhund - ein Africanis. Sogar die Schweizer Tageszeitung hat über uns Africanis berichtet. Wir sehen zwar alle unterschiedlich aus, haben aber dafür einige andere typische Gemeinsamkeiten. Wer sich weiterbilden will:

 TA-Artikel: Africanis

http://www.sa-breeders.co.za/org/africanis/index.htm

 

Best of Mali

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Meine erste Bekanntschaft mit Barbara