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Europa       4.12.-12.12.2005

Nun endlich geht’s los – mit drei Tagen Verspätung zwar, aber was spielt das schon für eine Rolle bei zwei Jahren.

Geplant war die Abreise ja für den 1. Dezember. Wir mussten aber noch soviel erledigen vorher, dass wir das Abfahrtsdatum immer wieder kurzfristig um einen Tag verschoben. Zuerst mussten wir noch den Töff verkaufen, dann die ganze Steuergeschichte regeln und unsere Wohnung ausräumen und putzen. Zum Glück zog Ronny nun am 3. Dezember bei uns ein, sonst wären wir wohl noch immer nicht startklar…

Den letzten Tag in Zürich verbrachten wir damit unser Auto, das bis obenhin konzeptlos voll gestopft war, vernünftig zu bepacken – unter Omas Argusauge. Und nun, am 4. Dezember geht’s nach einem letzten feinen Zmorgen bei Mami endlich los.

                                                                    Zürich, 4. Dezember 2005

 

 

Gemütlich gings los Richtung Frankreich und Spanien. Wenn immer möglich wählten wir die Route über die Landstrassen um uns die teuren Autobahngebühren zu sparen und etwas von der Landschaft mitzubekommen. Entsprechend langsam gings vorwärts. Am ersten Abend schafften wir es etwas weiter als Valence, mussten dann aber im Dunkeln am späten Abend noch einen Campingplatz suchen. Da in dieser Gegend jetzt offenbar keine Touristen-Zeit ist, gaben wir unser Vorhaben nach dem x-ten winter-geschlossenen Campingplatz auf. Aber das Feld neben einem dieser Campingplätze hat es auch getan und war erst noch gratis.

Die nächsten beiden Tage verbrachten wir neben der Fahrerei vor allem damit, in den riesigen Einkaufszentren nach den letzten uns noch fehlenden Utensilien Ausschau zu halten. Nach unserem Empfinden kamen wir nun viel zu langsam voran, denn mit dem stürmischen Regenwetter war es bitterkalt in Frankreich und es zog uns nach Süden in die Wärme. Deshalb entschieden wir uns für einen Streckenabschnitt auf die Autobahn zu wechseln. Aber welch schlechte Idee!!! Nur dank Karstens schneller Reaktion sind wir in der Nähe von Barcelona einem Überfall entgangen. Ein PW drängte uns mit Zeichen und Lichthupe auf den Pannenstreifen, wo uns dann die drei vermummten Insassen vermutlich ausnehmen wollten. Karsten durchschaute aber das Spiel schnell und gab nach dem ersten Abbremsen gleich wieder Vollgas. Unsere drei Autobahnbanditen konnten nur noch lange Gesichter machen!

Im derzeit leeren Touristenort Peñsicola vor Valencia, direkt am Meer, schalteten wir den ersten Ruhetag ein. Unsere beider Rücken und Barbaras Magen (die Typhus-Schluckimpfung scheint ziemlich aggressiv zu sein) waren äusserst dankbar dafür.

„Unser“ Campingplatz war einfach schrecklich mit den Wohnmobilen die sich aneinander reihen, soweit das Auge reicht. Aber die sanitären Anlagen waren schöner als bei uns zu Hause und Einsamkeit werden wir in den nächsten zwei Jahren wohl noch zu genüge haben. Nach einem gediegenen Lachs-Champagner-Frühstück bastelten wir noch mal einen Tag am Auto rum - Denis und Ronny, eure Aufkleber sind super! Und für Sightseeing im alten maurischen Stadtteil mit der Burg bleibt hoffentlich nun auch noch etwas Zeit.

                                                     

Peñsicola, 8. Dezember 2005

 

 

Auf dem Weg nach Alcegiras sind wir beim nächsten Übernachtungsstop unvermutet in Baños de Fortuna nähe Murcia in einer Engländer-Exklave gelandet. Engländer soweit das Auge reichte: vom Campingplatzbesitzer über die Gäste, die Restaurants mit englischen Gerichten etc. Und keiner dieser Engländer kannte die nähere Umgebung und hätte uns Auskunft geben können auf unsere einfachen Fragen zum Weg nach Granada…. Aber immerhin konnten wir hier zum ersten mal die Wirkung unseres Schweizerkreuz-Aufklebers testen als uns ein Engländer fragte, ob wir Ärzte seien und dies unser Ambulanzfahrzeug!

Von unsrem nächsten Etappenziel Granada haben wir leider mehr gesehen, als wir eigentlich wollten. Geplant war einzig die Besichtigung der Alhambra, aber auf der Suche nach einem Campingplatz haben wir uns in Downtown Granada heillos verfahren und steckten stundenlang in einem Verkehrsstau. Granada während der Rushhour ist definitiv kein lohnendes Erlebnis!  - Apropos Verkehrsstau: während ich diese Zeilen schreibe, stehen wir auf der Umfahrungsautobahn von Malaga in einem kilometerlangen, dreispurigen Stau. Und das am Sonntagmittag!

– Aber zurück zu Granada: Die Stadt ist sehr schön gelegen zwischen Hügeln und am Fusse der schneebedeckten Sierra Nevada.Entsprechend kühl war es in dieser Höhe auch wieder und am Morgen um 9h00 zeigte unser Thermometer gerade mal 2°C an. Aber unter unsern kuschligen Bettdecken wars die ganze Nacht schön warm. Nur das Aufstehen in der Kälte kostet immer viel Überwindung. Und draussen zmörgeln ist vor 10h00 kein Thema! Entsprechend beginnen unsere Tage zur Zeit auch recht spät. Als wir uns dann am späteren Morgen für die Besichtung der Alhambra anstellten, konnten wir uns nach 45 minütigem Anstehen gerade noch Tickets für den Nachmittag ergattern – und das in der Nebensaison… Die rund 4 Stunden Wartezeit vertrieben wir uns mit einem gediegenen Zmorgen am Rande des Parkplatzes. Der Besuch in der Alhambra lohnte sich wirklich. Die maurische Architektur und die unterschiedlichen verarbeiteten Materialien mit den künstlerischen Verzierungen sind sehr beeindruckend. So verbrachten wir mehr Zeit in der Alhambra als vorgesehen und schafften es deshalb auf der Weiterfahrt nicht mal bis Malaga sondern suchten uns irgendwo vorher am Meer einen Campingplatz.

                  

 

Am nächsten Tag mussten wir einmal mehr alle die angefressenen Kalorien mit einem ausgiebigen Morgenjogging - diesmal nicht nur im spanischen Hinterland sondern entlang dem Meer – abarbeiten. Es ist erschreckend, wie wenig Bewegung wir bis anhin hatten und beim Essen schränkten wir uns natürlich nicht dementsprechend ein… Weil es abends ohne Sonne immer zu kalt war um selber im Freien zu kochen, genossen wir bis jetzt ausgiebig die spanische Küche. Es gab fast jeden Abend Fisch und Meeresfrüchte!

Über das Verkehrschaos um Malaga gings weiter der Küste entlang nach Gibraltar und Tarifa. Unser Campingplatz hier liegt direkt am Meer – am surf-dorado von Spanien. Da unser Plan, ein eigenes Surfbrett zu kaufen und mitzunehmen bis jetzt noch nicht verwirklicht ist, bleibt uns auch hier nur der sehnsüchtige Blick auf die tollen Wellen. Dafür haben wir freie Sicht auf Afrika! Die marokkanische Küste zeichnet sich klar am Horizont ab. Morgen heissts adios Europa und welcome Afrika– wir nehmen die Fähre von Algeciras nach Ceuta und überqueren die Grenze nach Marokko.

                                              

Tarifa, 11. Dezember 2005