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Gesundheit

Das Thema Gesundheit beschäftigt uns im Vorfeld sehr. Barbaras einzige Bedenken vor dieser Reise galten den gesundheitlichen Aspekten. Wir liessen uns deshalb ausführlich beraten im Impfzentrum Zürich. Wir mussten uns mehrfach impfen lassen und einige Impfungen (Hepatitis und Tollwut) mussten wiederholt werden. Der ganze Impfvorgang dauerte 6 Monate.

Wir erhielten folgende Impfungen: Gelbfieber, Tollwut, Hepatitis A+B, Meningokokken, Tetanus, Typhus-Schluckimpfung
In Namibia haben wir uns sicherheitshalber während der landesweiten Impfkampagne mittels Schluckimpfung auch gegen einen neuen Polio-Erreger (indische Polio) impfen lassen. Es wäre vielleicht nicht nötig gewesen, aber da sich alle Einwohner Namibias impfen lassen mussten und wir schliesslich auch sechs Monate in diesem Land unterwegs waren, erschien uns die Impfung sinnvoll. Als "Impfbestätigung" erhielten wir einzig einen wasserfesten, farbigen Strich auf den Daumennagel.


Insbesondere informierten wir uns eingehend über Malaria - Malariaprophylaxe. Für uns war immer klar, dass wir nicht zwei Jahre lange chemische Prophylaxe schlucken würden. Das wollten wir uns nicht antun. Also informierten wir uns eingehend über Alternativen und hatten uns am Schluss für die pflanzlichen Artemisia uwambe - Pastillen entschieden. Erhalten hatten wir die Pastillen in der Nature First -Apotheke in Zürich. Wir nahmen die Pastillen einmal wöchentlich ein zusammen mit homöopatischen Kügelchen (Malaria C200) während wir durch Malariagebiete reisten. Neben dieser Prophylaxe achteten wir aber auch darauf, dass wir uns beim Eindunkeln in lange Kleidung hüllten, Mückenspray benutzten und unsere Fenster mit Moskitonetzen abdichteten. Trotzdem war Barbara zeitweise - wie zu erwarten war - übersäht von Stichen. Karsten liess sich das erste Mal in Mitzic und das zweite Mal zusammen mit Barbara in Lambarené, Gabon auf Malaria testen. Nach einer kleinen Blutentnahme erhält man nach gerade mal 20 Minuten das Resultat. In Südafrika kauften wir uns die Sets für den Selbsttest. Wir beide hatten auf unserer ganzen fast zweijährigen Afrikareise keine Malaria! Andere erkrankten trotz chemischer Prophylaxe an Malaria. Selbstverständlich hatten aber auch wir Malaria Notfall-Medikamente dabei: Malarone und Mephaquin. Zum Glück kamen sie nie zum Einsatz.

Von Didier, unserem Arzt-Freund, liessen wir uns eine Medi-Kiste zusammen stellen für unterwegs. Sie war voll gepackt mit Medikamenten gegen alles mögliche und unmögliche. Verbandmaterial, Spritzen mit Nadeln und sogar ein chirurgisches "Nähset" war dabei. Mit der Medi-Kiste und unserem Büchlein "Selbstdiagnose und -Behandlung" waren wir gegen alles gewappnet. Was wir tatsächlich brauchten waren Schmerztabletten gegen Kopfweh, Grippemedikamente, Immodium, Pflaster, Merfen, Antibiotikasalbe, Augen- und Ohrentropfen, Breitbandantibitika gegen Darmkäfer und Infektionen und Fenistil gegen juckende Stiche und Ausschläge.  Barbaras Ohrenentzündung mussten wir mit Antibiotika behandeln und den folgenden Hautausschlag schliesslich mit einer kleinen Dosis Kortisontabletten und Antihistaminen. Gegen Karstens eingeklemmten Nerv am Bein halfen nur Schmerzmittel und Massagen mit Perskindol - aber auch nicht wirklich. Als äusserst nützlich hat sich der immer griffbereite Kodanspray (oder Serilium) zur Hautdesinfektion erwiesen. In Afrika  kommt man mit allen erdenklichen Dingen in Berührung.

Hinsichtlich Essen und Trinken hatten wir kaum je Probleme. Wir hatten mit ganz wenigen Ausnahmen überall alles gegessen (auch auswärts) - inkl, Früchte, Salat, Glace -  und hatten nur äusserst selten kleinere Magenprobleme. Bei unserem selbst zubereiteten Essen hatten wir bei Beginn darauf geachtet, dass wir alles, was wir roh assen, vorher in Chlor (Javel) oder Kaliumpermanganat eingelegt hatten. Irgend wann aber wurde uns diese Prozedur zu aufwendig und wir verzichteten darauf - ohne gesundheitliche Auswirkungen.
Bevor wir Leitungswasser tranken, jagten wir es durch unseren eingebauten Wasserfilter. Alle anderen verschlossenen oder heissen Getränke tranken wir bedenkenlos. Beim Wasser stellten wir allerdings nach fünf Monaten fest, dass wir keinen Filter im Filtergehäuse hatten und wir somit die ganze Zeit ungefiltertes Afrikawasser getrunken hatten.

Unseren Vierbeiner Mali hatten wir bereits in Bamako in einer ersten Impfrunde grundimunisiert und die Impfungen regelmässig aufgefrischt. Dies ist auch in Afrika problemlos möglich. Geimpft ist Mali gegen Tollwut (inkl. Bluttest-Zertifikat für die Schweiz aus Südafrika) und mit der üblichen Impfstoffmischung gegen die gängigen Hundekrankheiten (Staupe, Parvivrose, Leptospirose etc.) Mit Medikamenten hatten wir uns beim Tierarzt in Namibia ausgestattet. Entwurmungspillen, Antibiotikasalbe für Augen und Ohren, Antibiotikatabletten gegen Zeckenfieber etc., Klebeverbände, Kortisoninjektionen gegen Schlangenbisse und ein Schlangenserum. Bezüglich des Serums hatten wir lange hin und her überlegt, da es rund 200.- Fr. kostet. Da es aber auch für uns anwendbar wäre, (fast) alle Giftschlangen im südlichen Afrika damit abgedeckt werden und die Injektion intramuskulär erfolgt und deshalb auch für uns Anfänger einfach zu handhaben wäre, hatten wir uns schliesslich zu dieser Investition entschieden. Der Nachteil: Serum und Kortison müssen permanent gekühlt aufbewahrt werden. Wir waren allerdings heilfroh darüber, dass wir Serum und Kortison nie gebraucht hatten!  Gegen Skorpionstiche hatten wir uns in der Apotheke Calciumtabletten besorgt. Im übrigen hilft normaler Essig (eintauchen!) bei den meisten Stichen (Insekten und Skorpione) gegen den Schmerz und das Gift. Um Mali vor Zecken, Flöhen und weiterem Krabbelgetier zu bewahren, sprühten wir sie regelmässig (ca. alle 2 Monate) mit Frontline ein. Das funktionierte bestens! Frontline gibts ausserhalb Europa auch fast überall im südlichen Afrika zu kaufen.
Entlang der warmen Küstengewässern (Indischer Ozean, südliches Mittelmeer) ist eine spezielle Hundekrankehit mit regelmässig tödlichem Ausgang stark verbreitet. Über Abfall, den der Hund frisst, gelangt ein bestimmter Wurm in den Hundekörper und nistet sich im Herzen ein. Dort legt er Eier, breitet sich aus und lebt vom sauerstoffreichen Blut des Hundes, bis dieser an Blutarmut stirbt. Mali erhielt entlang der Ostküste und in Nordafrika monatlich eine Spritze um gegen diese tödliche Krankheit vorzubeugen. Die Injektionen sind horrend teuer, aber immer noch billiger als die Tabletten, die in Europa gegen diese Krankheit verabreicht werden.

 

 

Ausser den Lamblien, die wir uns vermutlich irgendwo beim auswärts essen eingehandelt hatten - und die den Antibiotika-Tod starben - Grippe über Weihnachten, Karstens eingeklemmtem Nerv, Barbaras Ohrenentzündungen und Malis kleinen Schürfwunden und ausgerissener Kralle, ging es uns bestens.