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Kenia           12.5. - 23.5.2007  /  11.6. - 26.6.2007

Zentral- und Südkenia

Wow, Kenia hatte uns echt überrascht. Wir hatten nicht erwartet, dass dieses Land nach so vielen Jahren Massentourismus immer noch so ursprünglich und die Leute so freundlich sind. Wir spürten nichts von der prophezeiten Arroganz der Kenianer und der angeblich andauernden Belästigungen. Im Gegenteil, die Leute in Kenia begegneten uns ausgesprochen offen und herzlich. Und ob der grandiosen Naturschauspiele verschlug es uns zeitweise regelrecht und wortwörtlich den Atem. Aber alles der Reihe nach:

Unsere Einreise nach Kenia stand nicht gerade unter einem guten Stern. Zwar erhielten wir bei der Immigration ruckzuck für 50.-$ unser dreimonatiges Visum und im nächsten Büro, in das wir geschickt wurden, gings noch schneller. Der Beamte wollte nicht einmal unser Carnet abstempeln und wir mussten richtiggehend darauf beharren. Okey, alles erledigt, wir könnten jetzt weiter, winkte der Beamte uns grinsend zu. An der Schranke fragte man uns erstaunt, ob wir denn die Zollformalitäten schon erledigt hätten. Klar - los gehts! Über die mehr schlechte als rechte Piste rumpelten wir also gutgelaunt ostwärts. Fröhlich winkten wir einem gut gekleideten Afrikaner, der wild gestikulierend am Strassenrand auf sich aufmerksam machte. Sorry, wir sind kein Taxi und haben keinen Platz für Anhalter. 35 km nach der Grenze sahen wir schon von weitem den Polizeicheckpoint, der mit seinen Nagelbrettern die Strasse blockierte. Naja, von diesen Checkpoints in Kenia hatten wir schon gehört. Kein Problem für Touristen. Allerdings passten die bis an die Zähne bewaffneten Beamten, die uns ihre Gewehrläufe unter die Nase hielten nicht ganz ins Bild. Sie hätten von den Grenzbeamten telefonisch den Befehl erhalten, uns unter allen Umständen zu stoppen und an die Grenze zurückzuschicken. WAS??? Wir glaubten an einen schlechten Scherz. Nein, nein, kein Scherz - es gäbe ein Problem mit den Zollformalitäten. Barbara glaubte im ersten Moment, Uganda wolle uns wegen der nicht bezahlten Strassengebühr belangen. Aber nein, wir waren jetzt ja schon in Kenia. Der Polizist erklärte uns auf, dass wir bei der Einreise den Zoll umgangen hätten. Empört streckten wir ihm unser abgestempeltes Carnet hin. Er telefonierte verwirrt mit dem Zollbeamten. Nach langem Hin und Her und intensivem Prüfen unseres Carnets stellte sich heraus, dass wir an der Grenze anstatt im Zollgebäude im Polizeigebäude unseren Carnetstempel abgeholt hatten. Dumm gelaufen, aber schliesslich wurden wir mit unserem Carnet dorthin geschickt und dann entlassen - also bestimmt nicht unser Fehler! Entsprechend waren wir auch nicht im Geringsten bereit, die 35 km (1 Stunde Fahrtzeit!) an die Grenze zurück zu holpern, zumal es bereits später Nachmittag war und wir noch 100 km Fahrt bis zum nächsten Campingplatz vor uns hatten. Nochmals endlose Telefondiskussion. Wir offerierten, spätestens in drei Tagen in Nairobi im Zollbüro vorbeizuschauen und alles offiziell zu regeln. Der Polizist verstand unseren Standpunkt, der Zöllner blieb hart. Umkehren! Der freundliche Polizist riet uns, 5 km bis zur nächsten Polizeistation zurück zu fahren und dort nochmals einen Regelungsversuch zu starten. Gesagt, getan. Und siehe da, der gut gekleidete Afrikaner, der uns zuvor so heftig am Strassenrand zu gewunken hatte, wollte nicht mitfahren, sondern wollte uns als in zivilgekleideter Polizist vor seiner Polizeistation stoppen. Auf Umwegen waren wir nun also doch noch bei ihm gelandet. Aber auch er konnte uns trotz x Telefonaten mit der Grenze nicht weiterhelfen. Der Zöllner erklärte uns immer wieder starrsinnig, es gehe ihm weder um Roadtax, andere Gebühren, oder Kontrolle unseres Autos, sondern einzig darum, dass wir den richtigen Stempel im Carnet hätten. Kein Schwein hatte sich bisher für die Details der Stempel in unserem Carnet interessiert! Erst dem Polizeichef gelang schliesslich das fast Unmögliche: nach gut einer Stunde hitziger Diskussion durften wir tatsächlich weiterfahren - allerdings auf eigenes Risiko...

Mit einiger Mühe fanden wir schliesslich müde und genervt im Stockdunkeln den Campingplatz. Please Hoot! stand am geschlossenen Tor geschrieben. Also hupten wir - hupten wir - hupten wir - machten Lichthupe -  rüttelten am Tor - aber nichts geschah. Auf dem Camping schien gerade eine Party zu steigen. Erst nachdem Karsten über das Eisentor geklettert war und nach 10 Minuten einen Verantwortlichen ausfindig hatte machen können, konnten wir auf den Platz fahren. Aber oh Schreck: rund 200 Jungen und Mädchen hatten hier gerade ihr Pfadfinderlager. Welch ein Lärm! Aber noch schlimmer: Zum Campingplatz gehörten 7 grosse und Mali gegenüber aggressive Hunde. Am liebsten wären wir gleich wieder losgefahren. Aber wohin mitten in der Nacht? Also kochten wir uns schnell ein Fertig-Nudelgericht und verkrochen uns ins Bett. Allerdings nur um nach mühsamem Einschlafen gegen Mitternacht, morgens um halb sechs von lärmenden Kindern wieder geweckt zu werden. Nur mit Mühe gelang es Karsten Mali zu ihrem Morgenspaziergang zu überreden. Hätten wir nur auf sie gehört und ihr ihren Willen gelassen. Auf dem Rückweg nämlich wurde unsere arme Mali von der ganzen Hundemeute attackiert. Laut jaulend befand sie sich mitten zwischen den zähnefletschenden und beissenden Hunden. Karsten stürzt sich mutig ins Getümmel. Es gelang ihm die blutende, zitternde und sich vor Angst vollgepinkelte aber zähnefletschende und um sich beissende  Mali aus der Meute zu zerren und sie ins rettende Auto zu tragen. In der Hitze des Gefechts jedoch hatte Mali ihren Retter in die Hand gebissen. Während Karsten seine zum Glück oberflächliche Bisswunde desinfizierte und sich Füsse hochlagernd von seinem Schock erholte, reinigte Barbara die blutverschmierte Mali und machte Bestandesaufnahme. "Nur" eine Bisswunde an der Kehle - dafür tief und stark blutend. Desinfizieren und so schnell wie möglich weg hier, hiess die Devise. Und für den ganzen Ärger mussten wir doch sage und schreibe 8.-$ pro Person bezahlen. Dieses Ereignis am schnellsten weggesteckt hatte wohl Mali. Uns sass der Schreck noch lange in den Knochen.

Erst als wir einige Kilometer vom Campingplatz entfernt unser Frühstück nachholten und unsere flatternden Nerven mit einem starken Kaffe beruhigt hatten, wendete sich der Tag langsam zum Besseren. Den entscheidenden Impuls zum Aufwärtstrend lieferte uns aber das Gespräch mit Daniel. Der Kenianer radelte mit seinem schwerst mit Holz bepackten Eingänger-Stahlvelo auf uns zu und begrüsste uns freundlich. Bei Kaffe und Guetzli erzählte er uns, dass er unterwegs ins gut 25 km entfernte Eldoret sei um dort sein Holz zu verkaufen. Für hin und zurück brauche er den ganzen Tag. Das Holz habe er für 50.- Shilling gekauft und könne es für 100.- Shilling weiterverkaufen. Mit den täglichen Einnahmen von 50.- Shilling, knapp 1.- Sfr.!, muss der 42 jährige Daniel seine sechsköpfige Familie über die Runden bringen. Klar werden einige Ziegen und Hühner gehalten und Gemüse und Obst für den Eigenbedarf angebaut und wenn im Überschuss vorhanden auch verkauft. Miete muss keine bezahlt werden und das Gesundheitssystem ist kostenlos. Aber Kleider kosten Geld und der weitaus grösste Betrag verschlingt die Schulbildung für die Kinder. 14'000.- Shilling jährlich kostet die Schule pro Kind, dazu kommt die Schuluniform für 400.- bzw. mit Pullover für 900.- Shilling. Man braucht kein Rechenkünstler zu sein um zu merken, dass Daniel mit nur schon einem Kind im Schulalter finanziell an den Anschlag kommt. Aber so typisch für Afrika: Daniel ist überzeugt, dass es schon irgend eine Lösung geben wird, wenn dann sein zweites Kind alt genug ist für die Schule. Deswegen mache er sich jetzt noch keine Sorgen. Daniel selber hatte nur vier Jahre die Schule besuchen können. Wir staunten deshalb über sein grosses Allgemeinwissen und über sein Interesse am Rest der Welt. Er quetschte uns regelrecht aus über Politik, Sozialsystem, Einkommens- und Preisstruktur in Europa. Es war eine wahre Freude mit ihm zu argumentieren und seine kritischen und durchdachten Fragen zu beantworten.
Wir genossen es, endlich wieder einmal als Menschen und nicht nur als zu schröpfende wandelnde Geldbörsen behandelt zu werden, Daniel genoss Akzeptanz und  Respekt, die er von uns erhielt.

Auf Nebenstrassen gings anschliessend weiter nordwärts. Kenia verfügt hinsichtlich der Anzahl über ein afrikarekordverdächtiges Netz an geteerten Strassen. Selbst die kleinsten Verbindungsstrassen sind asphaltiert. Allerdings ist damit noch nichts über die Qualität der Strassen gesagt. Der glatte schwarze Überzug kam vielerorts vermutlich schon vor Jahrzehnten drauf. Mittlerweile hatte der gemeine Strassenfrass unerbittlich zugeschlagen und die Strassenränder angenagt, abgebissen und ausgefranst. Die Fahrspuren sind löchrig wie ein Emmentalerkäse. Häufig geht's nur im Schneckentempo im Zickzackkurs vorwärts. gut unterhaltende Pisten sind wahre Rennstrecken dagegen. Schilder mit Richtungsangaben sind zwar vielerorts vorhanden, aber so verrostet, zerbeult und zerfallen, dass sie komplett unleserlich sind. Kein Wunder hatten wir uns in dem Gewirr von Nebenstrasse komplett verfahren. Dafür wurden wir mit eindrücklichen Ausblicken in Rift Valley belohnt. Wir befanden uns auf der Westflanke mit Ausblick in die über tausend Meter tiefer liegende Talsohle des Zentralafrikanischen Grabenbruches. Der Graben zieht sich von Ägypten als grosser tiefer Riss südwärts durch den ganzen afrikanischen Kontinent und teilt sich in den Zentralafrikanischen und den Ostafrikanischen Graben. Letzterer ist zwischen 70 und 300 km breit. In seiner Talsohle reihen sich wie Perlen auf einer Kette die meist alkalischen Seen aneinander. Lake Turkana, Lake Baringo, Lake Borgoria, Lake Nakura - um nur einige zu nennen. Interessiert überprüften wir auf dem GPS unsere Höhe und staunten nicht schlecht über die 2600 Meter über Meer. Mit der üppig grüne Gras- und Waldlandschaft hätten wir nie eine solche Höhe vermutet. Jetzt war auch klar, weshalb unser Macun die letzten zwei Tag über schon unter Energiemangel litt. Bei dieser Höhe geht nicht nur uns der Schnauf aus.

Aus diesem Gebiet stammt die Volksgruppe der Kalenjin. Die Leute aus diesem Stamm sind als blitzschnelle Läufer bekannt. Kenia hat im Langstreckenlauf mehr Weltklasseathleten, mehr Weltrekordhalter und mehr Olympische Medaillenträger hervorgebracht als jedes andere Land. 91 von den 100 je gelaufenen Bestzeiten gehen auf Kenianisches Konto. Bis heute konnten weder Trainer noch Physiologen diese keniansiche Dominanz schlüssig erklären. Eben sowenig half Genforschung weiter. Im Rahmen einer weiteren Studie kamen 1990 einige Athleten aus dem schwedischen Nationalteam nach Kenia in die Nähe von Eldoret. Mehrfach liefen sie Rennen gegen einheimische Schulkinder und schliesslich wurde geschätzt, dass wohl rund 500 Schuljungen der Region eine Distanz von 2000 Metern schneller laufen können als Schwedens Topläufer. Woran auch immer es liegen mag, das permanente Höhenklima tut sicher das Seinige dazu!

Langsam wanden wir uns die steile Bergflanke hinunter ins Tal, wo wir dann innert kürze den Lake Borgoria erreichten. Aus schroffem Gestein zischen Dampfsäulen empor, der Boden unter der Schuhsohle ist heiss; eine tiefblaue Wasserfläche, am Ufer gesäumt von Tausenden von Flamingos - das ist die surreale Szenerie des Lake Borgorias. Der Lake Borgoria ist ein alkalischer See (also kein Süsswasser) mit einem PH-Wert von 10. Er ist 16 km lang und zwischen 1 und 4 km breit mit einer Fläche von 3000 Hektaren. Die durchschnittliche Tiefe ist nur gerade 5.4 Meter, die maximale Tiefe ist 10 Meter. Damit ist er aber immer noch doppelt so tief wie der Lake Nakuru und gar viermal tiefer als der Lake Emenita. Diese beiden alkalischen Seen etwas südlicher trocknen deshalb auch viel eher aus als der "tiefe" Lake Borgoria, der ganzjährig Wasser hat. Darum bietet er auch einen wichtiger Lebensraum für zahlreiche Tiere. Gespiesen wird der Lake Borgoria von drei Wasserträgern: Flüssen, Regen und unterirdische Thermalquellen. Abflüsse hat er keine. Jährlich verdunsten 2600 m3 Wasser. Dadurch steigt die Salzkonzentration permanent an. Die alkalischen Seen sind die Heimat für eine grosse Flamingopopulation, die sich von speziellen im alkalischen Wasser lebenden Algen ernährt. Das alkalische Wasser ist auch für Flamingos nicht trinkbar. Dafür trinken sie das heisse Frischwasser, dass aus den kochenden Quellen abfliesst. Erstaunlich: Flamingos können bis zu 68°C heisses Wasser trinken! Die Uferzonen leuchten der Flamingos wegen  rosa. Ein fantastischer Gegensatz zum üppigen grün und tiefen smaragd des Sees. Die Fahrt entlang des Sees durch das Natur Reserve beeindruckte uns vor allem der einzigartigen Landschaft mit ihrem interessanten Farbenspiels wegen. Seit langem sahen wir hier auch wieder einmal Strausse und ganze Herden von Kudus mit ihren gedrehten Hörner. Im Park darf man sich zu Fuss bewegen und wir kamen ganz nahe an eine Zebraherde heran, mit Mali. Für uns der absolute Höhepunkt aber waren die heissen Quellen und Gysire. Die Dampfsäulen und Nebelschwaden die aus der Erde hochsteigen und über der Landschaft hängen verleihen der Gegend etwas Mystisches - oder erinnern auch ihres intensiven Schwefelgeruchs wegen an eine Hexenküche. Hier schienen wir in die Entstehungsgeschichte unsere Erde zurückversetzt zu werden An den einen Stellen brodelt das kochend heisse Wasser inmitten eines kleinen Teiches in grossen Blasen aus der Erde. An anderen Orten schiessen sporadisch oder permanent dampfverhangene Wassersäulen bis zu sechs Meter in den Himmel. Das Wasser dieser Quellen und Gysire ist gesammeltes Regenwasser. Der an den Bergflanken gefallene Regen versickert und läuft unterirdisch entlang wasserundruchläsigen Schichten talwärts. Durch die Erdwärme wird das Wasser aufgeheizt. Zwischendurch trifft das Wasser auf senkrechte Spalten und wird entlang dieser Risse an die Oberfläche gedrückt, wo es als Quelle heraussprudelt. Je nachdem wie schnell das Wasser an die Oberfläche steigt, hat es mehr oder weniger Zeit sich abzukühlen. Gysire entstehen, indem das heisse Wasser in eine unterirdische Sackgasse fliesst. Das Wasser sammelt sich, die Hitze nimmt zu. Kühlere Wasserschichten in höheren Gesteinslagen führen zu weiterer Druckzunahme. Das heisse Wasser verwandelt sich direkt vom flüssigen Zustand in Dampf ohne vorher zu kochen. Irgend wann wird der Druck so gross, das Dampf und Wasser zusammen nach oben katapultiert werden und als Gysire an die Oberfläche schiessen - ganz ähnlich dem Dampfkochtopfprinzip. Zu Karstens Leidwesen war das Wasser, das an die Oberfläche tritt viel zu heiss um darin zu baden. Das hielt uns aber nicht davon ab, uns in Badehose in den heissen Wasserdampf zu stellen und eine natürliche Dampfsauna zu geniessen - im romantischen Vollmondschein und in den ersten frühmorgentlichen sanften Sonnenstrahlen. Ultimativ aber so heiss, dass uns ab und zu fast die Luft weg blieb.  

Unseren nächsten Stopp machten wir "erst" wieder auf der Südhalbkugel am Lake Naivasha. Obwohl Süsswasser, lädt dieser See der Hippos und Krokodile wegen auch nicht gerade zum Bade. Dafür konnten wir nachts von unserem Bett aus den Hippos beim Grasen zu schauen und ihr Grunzkonzert verfolgen.  Mali allerdings war über diese schwergewichtige Abendgesellschaft nicht gerade erbaut. Sie freute sich dafür über die Hundegesellschaft auf dem Campingplatz. Allerdings mussten zuerst in einer Rauferei die Positionen klar vergeben werden. Dieses Mal stand Barbara mitten im Hundegetümmel, trug aber zum Glück nur einige Kratzer und ein blaues Knie davon.
Unseren Ausflug in den nahen Hells Gate National Park gefiel uns einmal mehr der einsamen Landschaft wegen gut. Faul in der sonne fläzende Giraffen, junge Zebras und eine riesige Büffelherde vervollständigten das Bild. Besonders interessant ist der Park bestimmt, wenn man ihn zu Fuss oder auf dem Velo erkundet, worauf wir Malis wegen aber verzichteten. Wir durften sie nicht einmal mitnehmen auf den zweistündigen Spaziergang in die Schlucht, die dem Park den Namen gibt. Also kehrten auch wir nach einem ersten Eindruck von den ausgewaschenen Sandsteincanyons innert Kürze wieder ins Auto zurück.

Auf unserer kurzen Fahrt nach Nairobi kletterten wir über die steile Ostflanke wieder aus dem Zentralafrikanischen Grabenbruch heraus, auch hier begleitet von fantastischer Aussicht. Anhand der Souvenirständen entlang der Strasse merkten wir, dass wir näher an Nairobi und ins Touristengebiet kamen. Sprachlos bestaunte Barbara die vielen weissen, langhaarigen Felle, die an den Ständen verkauft wurden. Wie kommen denn Eisbärenfelle nach Afrika? So dekadent! Barbara liess ihrer Entrüstung freien Lauf - und Karsten kriegte sich kaum mehr ein vor Lachen. Was Barbara in ihrem Ärger nicht im Entferntesten in den Sinn kam - die Eisbärenfelle entpuppten sich als ganz simple Schafspelze! Unter diesen Umständen konnten wir uns dann sogar mit gutem Gewissen ein solches Fall kaufen. Nach zähen Verhandlungen ergatterten wir den "Eisbären" für 10.- Sfr. Unser verspätetes Weihnachtsgeschenk für Mali, damit sie nachts nicht mehr frieren muss. Allerdings beäugte und beschnüffelte sie ihr Geschenk äusserst skeptisch und zog sich dann sicherheitshalber ans andere Ende des Autos zurück. Abends gelang es uns erst nach langem Überreden und sanftem Zwang, sie auf ihr neues Plätzchen zu bugsieren. Mittlerweile hat sie es aber - leider wortwörtlich - zum Fressen gern und kuschelt sich wohlig in den Pelz.

Nairobi verblüfft uns: auf einer breiten von Palmen gesäumten Prachtstrasse fuhren wir an gepflegten Pärken und Grünanlagen mit Springbrunnen vorbei mitten in ein Stadtzentrum geprägt von verglasten Wolkenkratzern. Der vorherrschende Fahrzeugtyp auf den Strassen waren die allerneusten, auf Hochglanz polierten Mercedesmodelle. Die Fussgänger bewegten sich mit dem zielstrebigen Gang gestresster Businessleute. Frauen und Männer steckten in eleganten dunklen Anzügen und schwenkten ihre ledernen Aktentaschen. Da gerade Mittagszeit, waren die gestylten Brasserien, die italienische Trottaria an der Ecke und die unzähligen sterilen Fast-Food Läden zum Bersten gefüllt. Was uns am meisten ins Auge stach, war die verblüffende Sauberkeit im Stadtzentrum. Ganz ungewöhnlich für Afrika waren weder Strassen noch Trottoirs noch Strassengräben übersät von Papierfetzen, Kartontüten und andersweitig undefinierbarem Abfall wie sonst so üblich in Afrika. Fast schon steril! Etwas ausserhalb prägen riesige Shoppingzentren und Kinokomplexe neben herausgeputzen und eingezäunten Villen das Bild. Kurz: Nairobi ist eine Erstewelt-Stadt. Im Gespräch mit Touristen, die frisch von Europa in Nairobi gelandet waren, zeigte sich aber schnell, dass es immer eine Frage der Wahrnehmung und des persönlichen Hintergrundes ist. Uns, die wir mittlerweile an Afrika gewohnt sind, stachen Sauberkeit, Glanz, Ordnung und Luxus ins Auge, während das Auge der Neuankömmlinge aus Europa Armut, Schäbigkeit, Kriminalität, Chaos und Verfall sah. In Nairobi sind auch alle Extreme vorhanden, entscheidend für die Wahrnehmung ist aber wie immer persönliche Optik.

Nairobi ist heute eine kosmopolitische Stadt. Viele Afrikaner aus den Nachbarländern - häufig Flüchtlinge - viele Asiaten und eine weisse Minderheit, meist Engländer in der zweiten und dritten Generation in Afrika, bevölkern Nairobi. Aber wie fast überall in Afrika lebt man nicht miteinander sondern nebeneinander. Nairobi verdankt seinen Status als Hauptstadt der zentralen und klimatisch günstigen Lage. Die Stadt liegt auf 1600 Metern über Meer knapp südlich des Äquators. Das bringt angenehm warme Tage mit intensivem Sonnenschein mit sich und erholsam kühle Nächte. Richtig kalt wird es sogar, wenn es wie während unseren ersten Tagen in Nairobi dauerregnet. Wir fühlten uns in den grauen, feucht-kalten Herbst in Zürich zurückversetzt. Bis ans Ende des 19. Jahrhunderts war Nairobi nur ein Sumpf. Die Masai nannten ihn  "enkare nyrobi", kaltes Wasser. 1896 war in der schon lange besiedelten Küstenregion bei Mombasa die erste Schiene gelegt worden der Ugandalinie (Mombasa-Lake Victoria) auch "Lunatic-Express" (Wahnsinnsbahn) genannt. Der steile Abstieg der Bahnlinie in den Zentralen Afrikanischen Grabenbruch erforderte aufwendige und zeitintensive Terrassierungsarbeiten. Aus den Bretterbuden des Arbeitercamps rund um den vorläufigen Endbahnhof entstand eine neue Stadt - Nairobi. 1902 zogen die britischen Kolonialbehörden vom feucht-heissen Mombasa ins angenehm kühle Nairobi um. Mit der Erschliessung des Binnenlandes begann auch die weisse Besiedlung der Stammesgebiete was zu verschiednen Aufständen führte. Der "Wind des Wechsels" der in den 1960er-Jahren Afrika erfasste brachte auch Kenia 1963 die Unabhängigkeit. Lange galt Kenia al eines der stabilsten Länder Afrikas. Dem ersten Staatspräsidenten Jomo Kenyatte folgte Daniel Arap Moi. Sowohl Industrie als auch Dienstleistungssektor erlebten in Kenia eine wirtschaftliche Blüte. Der Safari- und Badetourismus boomte. Kenia ist aber auch heute noch in erster Linie ein Agrarland und exportiert Kaffe, Tee, Gemüse, Obst und Blumen. Rückschläge musste Kenia allerdings einstecken, als unter Moi Korruption, typische afrikanische Vetternwirtschaft und Unterdrückung politisch anders Denkenden um sich griff. Erst Wirtschaftssanktionen durch die westlichen Handelspartner brachten Kenia zur Räson. Blutige Auseinadersetzungen an der Küste im Vorfeld von Wahlen, die Terroranschläge auf die amerikanische Botschaft in Nairobi 1998 und 2002 in Mombasa, sowie die Ausbreitung von AIDS und Raubüberfälle in Nationalparks auf Touristen versetzten dem Aufschwung Kenias einen argen Dämpfer.
Wir fühlten uns in Kenia sicher. Die Leute waren sehr freundlich, ohne aber aufdringlich zu sein und uns zu belästigen, wie uns das im Vorfeld prophezeit wurde.  Wir kamen an etlichen Checkpoints und offiziellen Stellen vorbei und wurden nie nach "Chai" = Tee bzw. übersetzt Trinkgeld-.Schmiergeld gefragt. Der Kampf der neuen Regierung gegen die "Tee-Trinker" scheint Früchte zu tragen.

Fast eine Woche verbrachten wir schliesslich in Nairobi. Einerseits genossen wir die Grossstadtannhemlichkeiten, andererseits aber war es in der Jungle Junction mit der grossen Küche und dem schönen Aufenthaltsraum so gemütlich, dass wir unsere Abreise von Tag zu Tag verschoben. Schwierig war es nur, Mali beizubringen, dass Hunde im Haus drinnen nicht erlaubt sind. In den ersten beiden Tagen, als die sintflutartigen Regenfälle alles unter Wasser setzten, schlich sie sich immer wieder verstohlen ins Haus. Als wir schliesslich genervt die Gittertür am Eingang schlossen, verzog sie sich beleidigt ins Auto und streckte ihre Nase erst wieder heraus, als es nicht mehr regnete. Wir genossen es, mal wieder andere Reisende zu treffen und stundenlang Tipps, Informationen, Koordinaten und Geschichten austauschen zu können. Da war das pensionierte Ehepaar aus Japan, dem wir auf ihrem Motorrad schon in Malawi begegnet waren. Verwundert fragten wir uns, wie es die beiden bis hier hin geschafft hatten - ihr englisch Wortschatz beschränkte sich auf knapp 10 Worte. Da war der weissbärtige Dankmar, der alleine durch Asien und Afrika unterwegs ist. Sein Töff war mit gut 100 Kilo Gepäck so schwer und ausladend bepackt, dass er problemlos als typisches afrikanisches Fahrzeug durchgeht. Da waren die anderen sechs deutschen Töfffahrer, die pärchenweise schon seit längerem irgendwo auf unserem Erball rumkurven. Und da waren Marieke und Floriz aus Holland mit ihren beiden Hunden, die im Unimog Afrikas Ostküste runter gondeln. Mali verliebte sich sogleich in die holländischen Vierbeiner Duko und Beau, obwohl sich Beau schamlos auf ihrem Plätzchen ausbreitete und Duko penetrant versuchte, an ihren Fressnapf im Auto zu gelangen. Keine Freundschaft aber kam auf zu den beiden Campingplatzhunden. Die schwere Schäfermischlingshündin ging schliesslich derart auf Mali los, dass wir schleunigst eingreifen mussten. Während Barbara einer Pfütze auf der Wiese wegen bäuchlings auf die kämpfenden Hunde zuschlitterte, stand Karsten schon mitten zwischen den gebleckten Zähnen und versucht die Hunde zu trennen. Mit Erfolg - allerdings hatte er sich dabei eine tiefe Bisswunde am Handgelenk eingehandelt. Nur sein Kupferarmband hatte ihn vor noch schlimmeren Auswirkungen der Zähne der Schäferhündin bewahrt. Wir mussten die schmerzhafte Wunde verbinden und waren erleichtert, als wir erfuhren, dass die Hündin gegen Tollwut geimpft ist - keine Selbstverständlichkeit in Afrika! Armer Karsten: gleich zwei Hundebisse in einer Woche!
Vor dem Massenaufbruch am nächsten Tag feierte unsere grosse "Jungle Junction-Famiie"  den letzten gemeinsamen Abend mit einem Barbecue und letzten langen Gesprächen am Lagerfeuer. Abschied ist nicht immer einfach!

Bevor wir Nairobi für die nächsten paar Wochen den Rücken kehrten, statten wir dem Tierarzt einen Besuch ab. Marieke und Floriz hatten uns von einer afrikanischen Hundekrankheit mit regelmässig tödlichem Ausgang erzählt, von der wir noch nie etwas gehört hatten. Der Tierarzt bestätigte: Die Krankheit ist sehr gefährlich und weit verbreitet entlang warmen Küstengewässern (Indischer Ozean, südliches Mittelmeer). Über Abfall, den der Hund frisst, gelangt ein bestimmter Wurm in den Hundekörper und nistet sich im Herzen ein. Dort legt er Eier, breitet sich aus und lebt vom sauerstoffreichen Blut des Hundes, bis dieser an Blutarmut stirbt. Mali kriegt jetzt monatlich eine Spritze um gegen diese tödliche Krankheit vorzubeugen. Die Injektionen sind horrend teuer, aber immer noch billiger als die Tabletten, die in Europa gegen diese Krankheit verabreicht werden.  

Durch flaches, offenes Grasland fuhren wir südwärts bis kurz vor die Grenze zu Tansania, wo wir uns über 50 km schlechteste Wellblechpiste ostwärts zum Amboseli Nationalpark quälten. In den letzten Sonnenstrahlen erreichten wir das Parkgate. In diesem Moment riss die dichte Wolkenwand am Horizont auf und zum ersten Mal erhaschten wir einen Blick auf die in der Abendsonne orange schimmernde Schneekuppe des Kilimanjaros. Der Amboseli Nationalpark ist nicht nur wegen seines Wildreichtums bekannt, sondern auch wegen seiner spektakulären Hintergrundkulisse Kilimanjaro. Der mit 5895 Metern höchste Berg Afrikas liegt ganz auf dem Staatsgebiet Tansanias, allerdings direkt an der Grenze zu Kenia. Nur gerade an rund 100 Tagen im Jahr enthüllt der Berg sein stolzes Antlitz in den Morgen- und Abendstunden. Die ganze restliche Zeit verbirgt er sich hinter dichten Wolkenwänden. Wir hatten unwahrscheinliches Glück:  Am frühen Morgen befreite das Sonnenlicht die Konturen des Kilimandjaros aus dem Dunst der Wolken und die silbrigweisse Kuppe schien auf dem darunter liegenden Wolkenkranz in der Luft zu schweben. Fantastisch! Aber nicht nur das: Wir sahen den Kili morgens und abends komplett wolkenfrei und konnten ihn auch tagsüber immer wieder als imposante Kulisse auf unsere Tierbilder bannen. Und von diesen Tierbildern gab es unzählige! Riesige Elefantenherden wie sie in Einerkolonne durch die topfebene Graslandschaft trotten, Elefanten wie sie sich tief im Sumpf eingegraben, so dass nur die Rüsselspitze hervorlugt, zahllose Gnus mit Jungtieren auf noch staksigen Beinen - grasend oder in wilden Sprüngen hinter einander herjagend, Büffel aus nächster Nähe, Pyjamapferde mit ihrem weiss-schwarzen Felllkleid so weit das Auge reicht, kämpfende Hippos, im Schatten in Erdlöchern ruhende Tüpfelhyänen, ihre Umgebung skeptisch musternde Giraffen, stolz durch die Lüfte segelnde Adler, kreisende Geier  - und, und und. Auch Raubkatzen gibts im Amboseli, allerdings versteckten sie sich vor uns. Erst nachts, als Barbara alleine neben dem Auto sitzend im schwachen Licht der Stirnlampe  in ihr Buch vertieft war, schlich sich auf leisen Pfoten ein grösseres Tier heran. Aber Mensch und Tier erschraken gleichzeitig so sehr über die Gegenwart des anderen, dass beide sofort die Flucht ergriffen. Noch nie war Barbara so schnell im Bett!
Zu unsere Erleichterung hielten sich sogar die Touristenströme in Grenzen. Die drei Luxuslodges im Park karrten die surrenden und blitzenden auf zwei Beinen wandelnden Fotoapparate einzig am frühen Morgen und späten Nachmittag in den Safaribussen mit Hubdächern durch die Gegend. Den Rest des Tages hatten wir den Park für uns alleine. Der Park besteht fast ausschliesslich aus einer riesigen Gras- und Sumpfebene auf einer Höhe von Rund 1250 Metern. Von weitem sind die Tiere so sichtbar. Der Amboseli war für uns auch attraktiv, weil er mit nur knapp 400 km2 ein verhältnismässig kleiner Park ist und deshalb gut innerhalb eines Tages besucht werden konnte. Der Parkeintritt in Kenia wird für 24 Stunden berappt - mit 40.-$ pro Person und knapp 5.-$ fürs Auto nicht gerade ein Schnäppchen, aber doch noch um einiges günstiger als die bekannten Parks in Nordtansania.
Aber leider ist der Amboseli auch ein Wildparadies mit Problemen. Die Idylle im Park ist im wahrsten Sinne des Wortes getrübt. Durch rücksichtslos querfeldein fahrende Busse der Safariunternehmen und durch die ungesunde Konzentration von Wildtieren und die damit einhergehende Überweidung werden Schmutzwolken aus allerfeinstem Staub von der nakten und ausgetrockneten Erde aufgewirbelt. Der Konflikt um die Nutzung der letzten Weideressourcen der Viehherden der Masai einerseits und um den Schutz der Wildtiere andererseits hätte zudem den bereits 1948 gegründeten Park beinahe zerstört. Erst als eine neue Wasserleitung für die Masai gebaut wurde, räumten sie das Gebiet innerhalb der Parkgrenzen.

Wir nutzten die Gelegenheit, ein Masaidorf am Rande des Parks zu besuchen. Wir hatten schon einiges über die Masai gehört und gelesen, waren unterwegs in Tansania und Kenia schon etlichen Vertretern dieses kriegerischen Hirtenvolkes begegnet und hatten Müsterchen von solchen Villagetouren erzählt erhalten. Mit Vorurteilen behaftet, stellten wir uns auf eine billige Touristenabzocke ein - und wurden äusserst positiv überrascht! Wir wurden als einzige Gäste freundlich begrüsst und von Joseph, dem jungen Lehrer des Dorfs rumgeführt und in perfektem Englisch mit den Bräuchen und der Geschichte der Masai bekannt gemacht. Immer wieder forderte er uns auf Fragen zu stellen, die er auch offen beantwortete. "Do you have more questions?, one more question?, more questions?" Irgend wann gingen uns die Fragen aus ... Die Masai waren ursprünglich Rindernomaden. Sie glauben, dass Gott ihnen aller Rinder der Welt geschenkt hat, und scheuten sich deshalb auch nicht, sich ihren "rechtmässigen" Besitz auf Raubzügen zu holen. Joseph erklärte uns aber stolz, dass sein Dorf zum christlichen Glauben gewechselt hatte. Entsprechend wurden wir am Schluss auch mit einem Gebet für eine sichere Safari, was nichts anderes als "Reise" heisst, verabschiedet. Ihr Ruf ermöglichte es den Masai, lange Zeit ungestört von anderen Einwanderern zu leben. Bis ins 19. Jahrhundert waren die Masai für manche das selbe für Ostafrika was die Appachen für Amerika waren. Ein Masaikrieger, ein "Moran", war eine Kampfmaschine, über 1.80 Meter gross, bewaffnet mit einem Schild aus Büffelhaut, einem doppelschneidigen Schwert und einem 2.40 Meter langen Speer - total unempfindlich gegenüber körperlichem Schmerz seit dem Tag als er aufrecht stehend und ohne mit der Wimper zu zucken die Beschneidung über sich ergehen liess, die ihn vom Teenager zum Krieger machte. Die Krieger, die gemeinsam die Beschneidungszeremonie erleben, sind durch ein unzertrennliches Band eng miteinander verbunden und teilten sich auch ihre Gefährtinnen. Es ist in aller erster Linie die Aufgabe der jungen Frauen und Mädchen im Lager Gefährtinnen der Krieger zu sein.  Die Dorfarbeiten erledigen die älteren Frauen. Die einzige ehrbare Tätigkeit für einen Masai ist das Kriegshandwerk und das Rinderhüten - heute das eine überhaupt nicht mehr und das andere nur noch am Rande mit massiv eingeschränktem Viehbestand möglich. Durch den Verlust ihrer Bewegungsfreiheit und ihrer Herden sind heute viele Masai gezwungen, sich ihren Lebensunterhalt durch ehrlose Tätigkeiten wie Feldarbeit oder als Nachtwächter zu verdienen. Die Masai haben ihr angestammtes Land an das Naturreservat Masai Mara verloren und leben heute in anderen ihnen zugeteilten Gebieten. Masai Ärzte, Anwälte oder Verwaltungsangestellte tragen heute Aktenmappen durch die Gegend anstatt Speere.
Zahlreiche Masai versuchen auch heute noch ihre Tradition hochzuhalten. So konnten wir bei unserem Dorfbesuch die traditionelle Kleidung mit roten oder rotkarierten Tüchern beäugen, bewunderten den kunstvoll angefertigten bunten Plastikperlenschmuck, staunten über die Gesichtstätowierungen und die riesigen Löcher in den Ohrläppchen, begeisterten uns für die "Michlin"- "GoodYear"- oder "Bridgstone"-Sandalen (hergestellt aus alten Motorradreifen als Sohle mit über dem Rist gekreuzten Riemen als Halt - früher alles aus Leder), lauschten den ungewöhnlichen Willkomensgesängen, lachten über den "Hochsprungwettbewerb" zur Begrüssung, tasteten uns durch die stockdunklen, niedrigen Zweikammerlehmhäuser mit der Feuerstelle in der Mitte und fellbedeckten Betten und memorisierten einmal mehr diesen typischen Afrika-Geruch nach Feuerrauch, Tierfett und Schweiss.
Ein klein wenig für die interessante Tour revanchieren konnten wir uns, als die Masai uns zu unserem Auto zurück begeleiteten und uns über unseren Lebensstil, über Mali und unser Auto ausquetschten.

Nach 13 Tagen Kenia überquerten wir in Namanga die Grenze zurück nach Tansania. Die Ausreise verlief mit ähnlich viel Problemen wie die Einreise. Unser Carnet mit dem "unzureichenden" Polizeistempel wurde zwar kommentarlos akzeptiert, aber uns wurden 40.-$ Strassengebühr in Rechnung gestellt, weil wir länger als die 7 Tage, in welcher die Strassenbenützung gratis ist in Kenia unterwegs gewesen waren. Barbara, sonst in solchen Situationen immer die Ruhe selbst (was mit einem freundlichen Lächeln auf den Lippen auch immer zum Erfolg führte), ging an diesem Tag an die Decke. Stinkwütend erklärte sie dem Grenzchef, dass er sich seine 40.-$ irgend wohin schieben könne, solang er ihr keine rechtlichen Grundlagen präsentiere, die diese Forderung rechtfertigten. Es sei eine Frechheit, Touristen bei der Einreise nicht über solche "Strassengebühren" zu informieren um sie dann bei der Ausreise zu schröpfen. Bevor wir aus dem Büro geschmissen wurden, verliessen wir es selbständig - vor Wut schäumend. Aus dem Nichts tauchten plötzlich zwei zusätzliche bewaffnete Zöllner neben den Grenzbarrieren auf mit dem Auftrag, uns auf keine Fälle passieren zu lassen. Nach einer Weile hatte sich Barbara wieder so weit unter Kontrolle, dass sie einen neuen Diskussionsversuch in freundlicherem Ton starten konnte. Und schliesslich war uns bewusst geworden, dass wir wohl nur nicht über diese Strassengebühr informiert worden waren, weil wir bei der Einreise die Zollformalitäten übergangen und uns anschliessend geweigert hatten, die 35 km zum Zoll zurück zu fahren. Aber das wollten wir hier an der Grenze natürlich nicht auch noch zur Sprache bringen. Wir hatten schon genug Probleme. Trotzdem waren wir nicht bereit 40.- $ zu bezahlen. Das war auch dem Grenzbeamten mittlerweile klar. Nachdem sich Barbara für ihren vorgängigen Wutausbruch in aller Form entschuldigt hatte, gelang es ihr und dem Grenzbeamten gemeinsam eine Lösung auszuarbeiten: Da wir vorgängig nicht informiert wurden über die Strassengebühr, hatten wir sie auch nicht in unser Budget einplanen können. Da wir keine Dollar bei uns hatten (was nicht stimmte) und wir unsere Keniashilling beinahe aufgebraucht hatten (was teilweise stimmte), konnten wir den Betrag nicht bezahlen und durften deshalb ausnahmsweise gratis passieren. Der Grenzbeamte war dankbar, dass er eine Begründung gefunden hatte, nett, menschlich und grosszügig zu erscheinen und uns gleichzeitig auf einfache Art los zu werden. Wir hatten etwas ein schlechtes Gewissen, waren aber froh, nicht bezahlen zu müssen. Allerdings hiess das auch, dass wir diesen Grenzübergang für unsere Rückkehr nach Kenia in ein paar Wochen nicht wie geplant nochmals benutzen werden. Der Grenzbeamte wollte sich nämlich noch bei seinem Kollegen von unserer Einreisegrenze beschweren, dass er uns nicht über die Strassengebühr informiert hatte... 

Bis bald also - an einer anderen Kenianischen Grenze!

Dar-es-Salam, 4. Juni 2007

 

In der Chronologie geht es hier weiter mit dem zweiten Reisebericht über Tansania. Anschliessend folgt unten der zweite Bericht über Kenia.

 

Mombasa - Lake Turkana

Hakuna Matatta - und schon wieder sind wir zurück in Kenia. Ruckzuck ging's über die Grenze. Wir hatten uns für den Grenzübergang an der Küste, rund 120 km südlich von Mombasa entschieden. Auch hier machte uns niemand darauf aufmerksam, dass wir bei der Ausreise eine 40.- $ hohe Strassengebühr zu bezahlen haben. Aber dieses Mal konnte es uns egal sein. Wir planten sowieso Kenia über die Grüne Grenze zu verlassen. Wo kein Grenzposten, da auch keine Roadtax.

Der Küstenabschnitt südlich von Mombasa erinnerte uns wieder einmal an die verheissungsvollen Bilder aus Reisekatalogen: wogende Palmenhaine unter stahlblauem mit Schäfchenwölkchen durchsetztem Himmel, malerische Strohhütten dazwischen, bunt gekleidete, lachende Menschen, weisser Sandstrand und tiefblaues Meer. Kein Wunder boomt hier die Tourismusindustrie. Vor drei Jahrzehnten begannen an Kenias Küste Hotelbauten aus dem Boden zu schiessen für den Badetourismus. Ein grosser Teil der Küste ist mittlerweile zugebaut mit mehr oder weniger schön in die Landschaft integrierten Hotels und Bungalowanlagen für den anspruchsvollen, Erholung im Luxus suchenden Touristen. Auch Barbara hatte vor über zehn Jahren Badeferien genau an diesem Küstenabschnitt verbracht und war nun gespannt, ob eineinhalb Jahre Afrikareise ihre Wahrnehmung verändert hatte. Damals erschien ihr Afrika ausserhalb der eingezäunten Luxus-Hotelanlage schmutzig, aufdringlich und wenig einladend. Mittlerweile schien sich Barbara aber an die "african flower" - so werden die unzähligen in der Landschaft herumliegenden Plastiksäcke genannt - gewöhnt zu haben. Der Schmutz ist nicht schlimmer als anderswo in Afrika und entsteht sicher auch dadurch, dass sich das Leben zu einem grossen Teil im Freien auf der Strasse abspielt und sich in der afrikanischen Bevölkerung niemand für öffentliche Orte verantwortlich fühlt. Im Gegensatz zu den mit Abfall gesäumten Strassen und Plätzen werden nämlich die eigenen Hütten und deren Vorplätze in aller Regel sauber gehalten (so gut das eben geht mit zig Hühnern und einigen Ziegen unter dem selben Dach) und täglich gewischt. Was Barbara damals als aufdringlich empfunden hatte, ist für sie heute afrikanische Offenheit und Freundlichkeit. Nach einiger Zeit in Afrika hatten wir uns offenbar auch daran gewöhnt, dass man als Weisse immer wieder angebettelt, um Geschenke gefragt oder als Opfer für irgendwelchen billigen Souvenirkitsch auserwählt wird. Alles nur halb so schlimm, denn mit einem freundlichen aber bestimmten "nein" oder einigen spassigen Sprüchen geben sich die Leute in aller Regel gutgelaunt zufrieden. Und schliesslich muss man sich dabei wohl auch immer wieder vor Augen halten, dass man es hier mit einem hausgemachten Problem zu tun hat: Würden die Leute nichts erhalten, kämen sie wohl auch viel weniger häufig auf die Idee, danach zu fragen. Wenig einladend erschienen Barbara heute dafür die anonymen Luxushotels, die zwar wohl eine Oase der Ruhe und Erholung sein mögen, aber an einem x-beliebigen Strand in einem x-beliebigen Land auf einem x-beliebigen Kontinent stehen könnten und nicht gerade viel mit Afrika zu tun haben. Offensichtlich hatte unsere Reise also doch einiges in uns ausgelöst und verändert - wir sind gespannt, wie es sein wird, wenn wir wieder zu hause sind ...

Glücklicherweise fanden wir mit Tiwi Beach noch einen Küstenabschnitt mit einfacheren Unterkünften, die sogar Camping erlauben. Wir parkierten unseren Macun direkt am palmengesäumten Strand im weissen Sand. Allerdings in sicherem Abstand zur nächsten Palme - denn schliesslich gibt es jährlich mehr Todesfälle durch herab fallende Kokosnüsse als durch Haiattacken! Obwohl auch hier, wie fast an der ganzen kenianischen Küste ein vorgelagertes Riff schwimmen nur bei Fluthöchststand möglich macht, gefiel es uns so gut, dass wir trotz Sudan-Einreise-Zeitdruck noch einen weiteren Strandferientag einschoben. Karsten verbrachte allerdings einen grossen Teil dieses Tages unter unserem Auto. Nachdem er in den letzten Tagen wieder einmal ein seltsames Geräusch beim Fahren wahrgenommen hatte, war er glücklich darüber, in Tiwi Beach auf andere Overlander zu treffen. Der Holländer Nils (ihn in seinem auffälligen orangen uralten Landy hatten wir in Uganda schon getroffen) und der Südafrikaner Rey brauchten keine Einladung um sich mit Karsten unters Auto zu legen - Männer und ihre Spielzeuge! Allerdings musste auch Barbara zugeben, dass Karstens Besorgnis berechtigt war: das seltsame Geräusch kam daher, dass das reche Vorderrad zu viel Spiel hatte und nachgezogen werden musste. Aber viel wichtiger noch, beim Rumwerkeln am Rad entdeckten die drei Bastler, dass unsere Radlager völlig hinüber waren. Gefährlich, gefährlich! Also nichts wie nach Nairobi und schnell Radlager auswechseln lassen. Nur mit dem "schnell" klappte es nicht so richtig. Für die Fahrt von Mombasa nach Nairobi über streckenweise mehr Löcher als Teer - dafür durch schöne Tsavo-Nationalparklandschaft mit grasenden Zebraherden direkt neben der Strasse - brauchten wir einen ganzen Tag und mussten uns als krönender Abschluss in der Stosszeit zwei Stunden für etwa 5 Kilometer durch Nairobis verstopften Strassen quälen. Die Stadtplanung und Infrastruktur in Nairobi stammt aus den dreissiger Jahren und ist dem heutigen Verkehrsaufkommen in keinster Weise gewachsen. Zur Stosszeit - und die ist fast ganztags - stauen sich die Autos mehrspurig kilometerweit. Sinnvolles und durchdachtes Verhalten im Stau gibt es hier nicht. Jeder fährt eigensinnig einfach darauf los, in der Hoffnung möglichst weit zu kommen. So erstaunt es nicht, dass sich die Fahrzeuge gegenseitig an den Kreuzungen blockieren, bis einfach gar nichts mehr geht. Da nützt auch der verzweifelt in seine Trillerpfeife blasende und wild gestikulierende Verkehrspolizist nichts mehr. Genau so "schnell" ging es dann in Nairobi weiter: wir kriegten erst für den übernächsten Tag einen Termin in der Werkstatt und anstatt der erwarteten zwei Stunden dauerte die Prozedur fast den ganzen Tag. Dabei standen dem Garagisten die Haare zu Berge, als er feststellte, dass die Radlager an den Hinterrädern noch original verschraubt waren und somit auf den 140'000 gefahrenen Kilometern nie gefettet worden waren. Auch die Lager der Vorderräder hatten zumindest wir nie geöffnet. Und in Afrika sollte man doch Hitze und Staub wegen alle 5000 km die Radlager fetten - wurde uns nun eingetrichtert. Da hatten wir ja nochmals Glück gehabt! Beim Gedanke daran, was hätte passieren können, waren wir  - wen erstaunt es - recht sauer auf den Afrikaspezialisten Tom, der uns das Auto so verkauft hatte und mit keinem Wort die Radlager und deren speziellen Unterhalt in Afrika erwähnt hatte. Der ganze Spass kostete uns schliesslich viel Nerven und Geduld und mit neuen Radlagern, neuem Zahnriemen und Ölwechsel 800.- Franken. Aua! - Und das, nachdem wir ja eben erst 500.- Franken für die neuen Batterien hatten hinblättern müssen.

Wir hatten geplant nur gerade zwei Tage in Nairobi zu verbringen und dann weiter zu fahren, damit uns noch genügend Zeit in Äthiopien bleibt, bevor wir am 7. Juli in den Sudan einreisen müssen. Einen Tag nach uns trafen Rey und seine Familie in Nairobi ein. Wir hatten den Südafrikanern in Tiwi Beach angeboten, dass wir in Nairobi zwei Tage auf sie warten würden, falls sie sich uns für die Lake Turkana Route anschliessen wollten. Die mehrtägige Strecke über den Lake Turkana ist recht rau und wird wenig befahren, weshalb es sich insbesondere in der Regenzeit empfiehlt mit mindestens zwei Autos unterwegs zu sein. Rey und Erica mit Teenager Branwin waren sich über ihre Reiseroute noch nicht im klaren. In Südafrika hatten sie ihre Zelte abgebrochen und waren nun mit ihrem voll gestopften Landy mit zwei Dachzelten unterwegs um irgendwo in Europa - vermutlich in Ericas Heimat England - ein neues, besseres und sichereres Leben zu beginnen. Mutig!
In der Jungle Junction, mittlerweile unsere zweite Heimat in Nairobi, trafen wir auch auf Manon und Peter aus Holland mit Hund Durban - Durban from Durban, wie Mali from Mali - die sich gerne unserem Lake Turkana-Konvoi anschliessen wollten. Manon und Peter hatten sich ein paar Monate vor uns ins Abendteuer Afrika gestürzt und waren auf einer ähnlichen Route unterwegs wie wir. Zwischen Mali und Durban war es Liebe auf den ersten Blick. Die beiden genossen stundenlanges Spielen, wobei Malis Hals oder Kopf jeweils ganz und gar im Maul vom zwar nur halb so alten aber mindestens doppelt so schweren "Swiss Shepard" Durban verschwand. Aber die beiden gingen so zärtlich miteinander um, dass auch nach zweiwöchigem gemeinsamen Reisen ausser einigen kratzerhaften "love-bites" keine Spuren zurück blieben. Manon und Barbara waren beide happy über Frauengesellschaft und verbrachten ganze Nächte mit spannenden und amüsanten Gesprächen und Lästereien über ihre Männer. Es tut zwischendurch einfach gut zu hören, dass die meisten anderen Paare genau die gleichen Probleme miteinander haben. Von der romantischen Vorstellung, zusammen mit seinem Liebsten, seiner Liebsten, Neues zu entdecken, gemeinsam Abenteuer zu erleben, endlose Gespräche zu führen und unbegrenzt Zeit zusammen verbringen zu können, überlebt in der Realität nicht viel. Das 24/7 über fast zwei Jahre strapaziert eine Beziehung doch recht. Reisen ist nicht immer einfach und der einzige Mensch, an dem man seinen Ärger und Frust abreagieren kann ist der Partner. Auszutauschen und zu diskutieren gibt's wenig, schliesslich erleben beide immer genau das gleiche. Wir konnten uns solche Schwierigkeiten vor der Abreise auch nicht vorstellen - uns passiert das nicht! - wurden aber eines besseren belehrt...


Die Konvoi-Geschichte brachte es allerdings mit sich, dass wir doch länger als vorgesehen in Nairobi hängen blieben. Unsere neuen Reisegspänli mussten sich erst noch das Äthiopienvisum beschaffen und ihre Landys in den Service bringen. Uns lief langsam die Zeit davon und aus zwei Tagen wurden schliesslich sechs Tage Nairobi. So kam es, dass uns die schlechte Nachricht von zu Hause noch in Kenias Hauptstadt erreichte. Barbaras Mami war notfallmässig ins Spital eingeliefert worden. Innert Minuten änderten sich unsere ganzen Pläne und Prioritäten. War Barbara einige Tage vorher noch zutiefst frustriert über das mittlerweile absehbare Ende unserer Afrikareise und die unklaren bis nichtexistenten Zukunftsvorstellungen für ein 08/15 Leben zurück im Schweizer Alltagstrott, zählten jetzt nur noch die Flugverbindungen, die sie so rasch wie möglich zurück in die Schweiz und zu ihrer Familie bringen würden. "Nur" noch vier oder fünf Monate Reisezeit erschienen plötzlich als Ewigkeit. Erst in einer solchen Situation wird einem bewusst, wie weit weg man doch ist von allem was einem lieb und teuer ist und wie machtlos man aus der Ferne ist. Schlimm! Glücklicherweise stabilisierte sich die Lage soweit, dass wir schliesslich zwar mit einem unguten Gefühl in der Magengegend aber doch teilweise beruhigt an einen Aufbruch in die empfangslose Einsamkeit des Lake Turkana denken konnten.

Mit drei Fahrzeugen waren wir schliesslich unterwegs Richtung Norden - und nicht nur Richtung Norden sondern auch in die nördliche Hemisphäre. Auf dieser Reise zum letzten Mal überquerten wir die Äquatorlinie und freuten uns darüber, dass das Wasser nun endlich wieder richtig rum abfliesst und die Sonne am Mittag im Süden und nicht im Norden steht. Die bei Nairobi noch mehrspurige und neue Asphaltstrasse wurde immer schmaler und löchriger und ging schliesslich in eine ausgewaschene, holprige Erdpiste über. Zu allem Übel hatte es in letzter Zeit in dieser Region heftig geregnet, so dass sich die Piste stellenweise in kleine Seen und Schlammlöcher verwandelt hatte. Für unsere Autos kein Problem, anders aber für die Lastwagen. Nicht selten mussten wir auf der rutschigen und geneigten Piste in riskanten Manövern Lastwagen ausweichen, die halb im Strassengraben liegend die Strecke blockierten. Dafür wurden wir belohnt mit endloser Savannenlandschaft, die nur von Tieren bewohnt wird. Wie angenehm, nach dem hektischen und tourismusgewohnten Ostafrika! Endlich wieder Natur pur - so wie man sich das von einer Reise durch Afrika eben erhofft.

Schnell merkten wir, dass sich unser Konvoi auf einem gemeinsamen "Reise-Nenner" erst noch finden musste. Die Holländer hatten sich die afrikanische Highspeedfahrweise "Augen zu und durch" angewöhnt. Wir konnten zwar mithalten, wollten unserem Auto aber nicht zu viel zumuten und deshalb lieber etwas schonender fahren. Die Südafrikaner krochen so langsam und vorsichtig durch die Gegend, dass sie jeweils schon nach den ersten Minuten den Anschluss verloren. Zugegebenermassen war ihr Auto auch das schwerst beladene, aber wer sagt denn, dass man zwei riesige Kühlschränke und eine Gefrierbox dabei haben muss? Dafür zauberten die Südafrikaner abends immer irgendwelche Leckereien aus ihrem Auto um sie grosszügig mit uns zu teilen. Auch in Sachen Camp gingen die Vorstellung auseinander. Während wir gerne etwas Platz und Ruhe um uns herum haben, wollten die anderen ihre Autos lieber nahe beieinander in einer kleinen "Wagenburg" aufstellen. Auch das Thema "gemeinsames Kochen und Essen" sah jeder etwas anders. Aber mit etwas gutem Willen und Kompromissbereitschaft fanden wir uns dann doch irgend wie. Und schliesslich war es ja nur für ein paar Tage.

In Maralal hiess es zum letzten Mal volltanken. Unser Dieselvorrat musste nun für die nächsten 1000 km reichen. Und dann ging es wirklich los mit der Strasse durch die Einsamkeit. Wir passierten zwar noch das eine oder andere Hüttendorf mit wundervoll traditionell gekleideten und mit bunten Perlen geschmückten Masai und Samburu und begegneten  immer wieder Hirten, die ihr Vieh auf der Suche nach Nahrung durch die Gegend trieben, aber sonst - nichts als Staub, rote Erde, einige trockene Büsche und Gräser, etwas mehr grün entlang von Flussläufen und in Oasen, imposante Berge in der Ferne und tief eingeschnittene Täler. An einigen Stellen eröffneten sich uns grandiose Ausblicke von der Gebirgskante über das Riftvalley. Dann wieder topfebene Sand- und (Lava)Steinwüsten von goldfarben über braun bis fast schwarz, Kamelkaravanen, ausgetrocknete Flussläufe, die es im Weichsand zu durchqueren galt, Geröllfelder, die Auto und Insassen schwer zusetzten und schliesslich der Blick auf den Lake Turkana - fantastisch!

Der Turkana-See ist 260 km lang und bis zu 50 km breit. Mit seinen Fläche von 6400 km2 - mehr als zwölf mal grösser als der Bodensee - ist er der grösste permanente Wüstensee der Erde und das viertgrösste Gewässer Afrikas. Trotz dieses ganzen Wassers ist das Land an seinen Ufern extrem unwirtlich. Die Lake Turkana-Region gilt als die heisseste, trockenste und windigste Region ganz Kenias. Der Vulkanismus hat die Region geprägt. Zwischen dem dunklen Lavagestein wachsen nur einige Akazien und Gräser, an weit verstreuten Wasserlöchern stehen zudem Borassuspalmen. Der Turkana-See hat keinen Abfluss und ist deshalb durch das von den Zuflüssen eingespülte Natriumkarbonat alkalisch ("salzig") und kann nicht als Trinkwasser genutzt werden. In diesem Wasser finden Blaualgen optimale Lebensbedingungen. Ihr zahlreiches Vorkommen färbt den See jadegrün - was ihm zu seinem poetischen Beiname "Jademeer" verholfen hatte. Dank des alkalischen Wassers ist der See billharziosefrei - also ideal zum baden, wenn da nicht die Hippos und Krokodile wären! Der Lake Turkana besitzt mit 10'000-12'000 Tieren die grösste Krokodilpopulation Afrikas. Erstaunlich ist es, dass unter diesen feindlichen Lebensbedingungen überhaupt Menschen an den Ufern des Sees leben können. Es sind sogar vier Ethnien, die dieses Gebiet bewohnen: die Nomadenvölker Turkana, Rendille und Samburu und das kleine Fischervolk El Molo. Ja, die Turkana- und Riftvalley-Region (insbesondere Äthiopien) gilt gar als Wiege der Menschheit. Schon 1871 äusserte Charles Darwin diese Vermutung. Am Ufer des Sees wurden dann 1972 Einzelteile eines Schädels eines Homo habilis ausgegraben, der 1,8 Millionen Jahre alt ist. In Äthiopien wurde 1973 ein Kniegelenk gefunden, das auf ein aufrecht gehendes Wesen hinwies. Ein Jahr später fanden Forscher ebenfalls in Äthiopien das Skelett von "Lucy", das noch zu 40% erhalten war. Sie schätzten es auf ein Alter von 3 Millionen Jahre und ordneten es dem Vormenschen (Australopithecus afarensis) zu. Und 1984 schliesslich sorgte der Fund von Richard Leaky für Aufregung: Am Westufer des Lake Turkana legte er ein sehr gut erhaltenes Skelett eines Homo erectus frei, des ältesten direkten Vorfahren des Menschen. Damit kann sich diese Region damit rühmen, eine der längsten Ketten archäologischer Zeugnisse über die Evolution der Menschheit geliefert zu haben.

Gerne hätten wir in Loyiangalani übernachtet und hatten uns schon auf einen gemütlichen Nachmittag direkt am See gefreut. Aber nein, die angesteuerte Lodge mit Campmöglichkeit war nicht in Seenähe und die Preise für die total verdreckten WC und Duschen völlig überrissen. Also nahmen wir gleich den nächsten Streckenabschnitt unter die Räder und schafften es kurz vor dem Eindunkeln nach North Horr, wo wir bei der katholischen Mission mit zwei deutschen Vätern übernachten wollten. Pech gehabt, ausgerechnet in diesen Tagen fand hier ein "Meeting" der Kirchenvertreter dieser Region statt und die Mission war völlig ausgebucht. Dafür konnte uns Vater Anton erzählen warum wir in der Region von South Horr so vielen bewaffneten Militärs begegnet waren: Einige Tage zuvor hatte der eine Stamm dem anderen über 5000 Kühe gestohlen. Man stelle sich diese Menge mal vor! Entsprechend gab es zwischen den Stämmen gewalttätige Auseinandersetzungen, wobei einige Menschen ihr Leben verloren hatten. Es wurde nun befürchtet, dass eine neue Gewaltwelle heranrollen und sich ausdehnen würde. Die Rolle, die Polizei und Militär in dem ganzen Chaos spielten, war zudem recht fragwürdig.
Schliesslich durften wir gleich gegenüber auf dem Gelände der Hilfsorganisation Solidarité unser Camp aufschlagen und luden zum Dank die beiden jungen französischen Hilfswerksvertreter gleich zum gemeinsamen Znacht mit spannender Diskussion ein. Am nächsten Morgen werkelten die Männer erst einmal  am Landy der Holländer herum. Schon am Vortag mussten die Holländer unterwegs eine "Service-Pause" einlegen, während welcher sich Karsten und Peter unter dem Landy auf die Suche nach dem Ursprung eines seltsamen Geräusches machten. Erst als sie das Rad abmontiert hatten, konnten sie die herabhängende Blechabdeckung, die sich schon fast ins Rad verkeilt hatte, entfernen. Am nächsten Morgen war dann das zweite Rad dran...

Wir hatten uns entschieden, nicht durch den direkt am See gelegenen Sibiloi Nationalpark zu fahren. Der Park soll nichts Spezielles sein und kostet auch im Transit ganze 50.-$ Eintrittsgeld und natürlich wären Hunde nicht erlaubt. Dank Hinweisen von anderen Reisenden fanden wir dafür eine Piste, die in keiner Karte verzeichnet ist und uns auf direktem Weg ans Nordende des Parks führte. Die Piste führte über unzählige steinige Bergrücken getrennt durch sandige Täler. Die Piste war leicht zu finden und zwar holprig aber einfach zu befahren. Wir fragten uns schon, weshalb wohl immer empfohlen wird, auf dieser Strecke nicht alleine unterwegs zu sein  - die Antwort kam sogleich: Vom nächsten Bergrücken gab sich der Blick frei auf eine riesige Salzpfanne im Tal, die wir durchqueren mussten. Nur war die Salzpfanne zur Zeit gerade ein Salzsee. Zwar waren Autospuren im Salzmatsch zu erkennen, aber wir hatten keine Ahnung, wie alt diese waren. Einen Weg um den See herum gab es nicht. Also durch, auch wenn nasse oder gar geflutete Salzpfannen zum wohl unberechenbarsten Untergrund gehören. Mit Vollgas wagten wir uns also als erstes Auto auf die knapp kilometerlange Angststrecke - und kamen, wenn am Schluss auch mit einiger Mühe, in einem Stück durch. Unser armer Macun war von oben bis unten mit Salzschlamm voll gespritzt. Durch die Windschutzscheibe war nichts mehr zu sehen. Wären wir irgendwo in der Mitte stecken geblieben, hätten uns auch die anderen beiden Autos nicht helfen können. Anhalten geht nicht. Entweder man kommt in einem Zug durch, oder... wartet vermutlich bis der Salzsee ausgetrocknet ist. Zum Glück wurde uns dies erst später bewusst.

Hinter dem nächsten Hügel wartete bereits eine neue Überraschung. Die Erdpiste im Tal war nur noch See und Schlamm. Zwei Hirten machten uns in Zeichensprache darauf aufmerksam, dass hier wirklich kein Durchkommen mehr war. Wir sollten es gar nicht erst versuchen. Die vielen tief in den Schlamm eingegrabenen Reifenspuren, die im Nichts endeten, sprachen Bände. Aber umkehren und nochmals durch den Salzsee? - Nein danke! Also Augen zu und durch! Im ersten Wasserloch sanken wir fast bis zur Motorhaube ein und kamen auf dem rutschigen Untergrund kaum mehr heraus. Schlingernd und in bedenklicher Schräglage kämpfte sich Macun in den tiefen Spurrillen durch den Schlamm und durch zwei weitere Wasserlöcher um schliesslich mit letzter Energie eine kleine trockene Insel vor dem nächsten Tümpel zu erklimmen. Kurz darauf kämpfte sich der holländische Landy neben uns auf die rettende Insel. Der schwere Landy der Südafrikaner blieb hingegen im Schlamm nach dem ersten Wasserloch stecken. Barfuss, bis auf Kniehöhe im Schlamm einsinkend, marschierte Barbara zurück und zusammen mit Erica und Branwin schaffte sie es, den Landy nach einigem Schaufeln und Holzunterlegen anzuschieben - bis er einige Meter weiter im nächsten Wasserloch steckte. Jetzt aber zum Glück bereits in Reichweite der Winde der Holländer. Winde sei dank, stand der Landy zwanzig Minuten später ebenfalls auf der trockenen Insel. Nur - für diese Windenaktion mussten wir unser Auto etwas zur Seite fahren und blieben, wie könnte es auch anders sein, im tiefen Schlamm stecken. Nach mehreren ergebnislosen Befreiungsversuchen hatten wir uns bis zur Achse eingegraben. Jetzt war guter Rat teuer. Jeder hatte eine andere Idee. So viele Meinungen wie Leute!  Schliesslich versuchten uns der holländische Landy rückwärts mit der Winde auf festen Untergrund zu ziehen. Keine Chance! Der Landy bewegte sich auf uns zu und die Seilwinde wurde beinahe aus der Verankerung gerissen. Also doch Karstens Methode: Auto mit dem Wagenheber hochheben - allerdings nicht gerade einfach bei diesem weichen Untergrund - und Sandbleche unterlegen. Mühvolle und dreckige Arbeit, die am Schluss nichts brachte ausser verkeilte Sandbleche. Mittlerweile hatte Erica Tee und Kaffe gekocht zur Stärkung und danach ging's - allerdings in Kombination aller zur Verfügung stehender Mittel: Sandbleche und gleichzeitiger Einsatz der Winden beider Landys. Unser Macun stand wieder auf der trockenen Insel. Die ganze Bergungsaktion hatte uns unzählige Schweisstropfen, einige Flüche, total verdreckte Kleider, verschiedene Schrammen und Blessuren und ganze zwei Stunden Zeit gekostet - und es lagen noch weitere Schlammtümpel vor uns... Völlig ausgepowert entschieden wir uns nach einigen weiteren Metern Schlamm, gleich an Ort und Stelle auf einem der wenigen "buschfreien" und trockenen Stücke neben der Piste unser Camp aufzuschlagen. Zur Belohnung für den harten Tag brieten wir uns auf dem offenen Feuer feine Fische, die wir am Lake Turkana gekauft hatten. Allerdings hatten wir beide - als einzige übrigens - die nächsten Tage heftigsten Dünnpfiff.

Am nächsten Tag ging es zügiger vorwärts. Bald fuhren wir dem Sibiloi Nationalpark-Rand entlang über Kies und Sandpisten durch wunderschöne goldfarbene Buschgraslandschaft und gelangten wieder an die Gestade des Turkana-Sees. In Illeret passierten wir die letzte Siedlung auf kenianischem Boden. Einen Ausreiseposten gibt es hier nicht - weder Stempel in Pass noch Carnet. Einige Kilometer später versperrte uns dann eine behelfsmässige Barriere die Weiterfahrt: Grenze zu Äthiopien. Die unzähligen herumlümmelnden Menschen bei den drei Häusern stürmten unsere Autos und klebten an unseren Autoscheiben um einen Blick ins Innere zu erhaschen und zu sehen, um welche Gegenstände sie uns anbetteln könnten. "Give me, give me" und dann wurde auf die Kugelschreiber, die Trinkflaschen, die Reisebücher, das GPS, die Karten und auf Mali gedeutet. Irgendwann erbarmte sich dann ein abgerissener Beamter unsrer und erklärte nach einem Blick auf unsere Pässe und Äthiopienvisa, dass wir weiterfahren dürften um im zwei Stunden entfernten Omorate die Einreiseformalitäten zu erledigen. Mit Händen und Füssen wehrten wir uns gegen die gut gemeinte Begleitung durch einen Beamten. Es war schon später Nachmittag und wir wollten heute nicht mehr bis nach Omorate fahren, sondern irgendwo unterwegs campieren. Schliesslich durften wir alleine los fahren. Nun ging es auf kleiner, kaum sichtbarer Piste durch den Busch und durch trockene Flussläufe, wo zwar meistens die Einfahrt offensichtlich war, jedoch nicht zu sehen war, wo die Piste auf der anderen Seite weiter ging. Keine Spuren und keine Auffahrten. Karsten bekam von alle dem nichts mit. Er fühlte sich schlapp und krank und lag den ganzen Tag im Mittelgang in unserem Auto, liess sich durchschütteln und döste vor sich. Mali wurde dadurch von ihrem Platz verdrängte und musste mit dem Beifahrersitz vorlieb nehmen. Nicht glücklich darüber turnte sie immer wieder im Auto herum und Barbara musste während dem Fahren und dem Routen suchen (wir waren die einzigen mit diesem Track auf dem GPS) auch immer wieder einhändig Mali davor bewahren, dass sie der Unebenheiten wegen gegen die Windschutzscheibe geschleudert wurde. Alles recht anstrengend und nervenaufreibend. Umso glücklicher war Barbara, als sie endlich einen akzeptablen Platz fürs Bushcamp gefunden hatte. Allerdings ging's keine fünf Minuten und das halbe Dorf, das irgendwo in einigen hundert Metern Entfernung im Busch stehen musste, versammelte sich um unsere Autos. Die Leute sahen hier anders aus. Sie kleideten sich nicht wie ihre Nachbarn auf der kanianischen Seite der Grenze in bunte Tücher sondern trugen mehrheitlich einzig einen knielangen Lederumhang um die Hüfte und waren im übrigen, abgesehen von einigem Perlenschmuck, nackt.  Sie hielten auch nicht wie wir es gewohnt waren einige Meter Abstand, sondern drängten sich so dicht an unsere Autos, dass wir kaum zu den Türen, ins Wageninnere oder zum Kochen kamen. Alleine unterwegs hatten wir eine solche bedrängende Erfahrung noch nie gemacht, aber im Gegensatz zu den anderen beiden Fahrzeugen erhielten die Leute bei uns auch nie etwas (mit einigen wenigen Ausnahmen von einer Tasse Tee oder Kaffee oder Medikamenten). Erst als wir den Leuten mit Zeichensprache irgend wie verständlich machen konnten, dass in unserem Auto jemand krank ist und Ruhe braucht, hielten sie wenigstens von uns etwas Abstand. Barbara überzeugte den fiebernden Karsten mittlerweile davon, sicherheitshalber einen Malariatest zu machen. Genau für solche Situationen hatten wir schliesslich unsere self-test-kits dabei. Nachdem wir uns durch eine seitenlange Gebrauchsanleitung gekämpft hatten und nach mehreren erfolgslosen Versuchen endlich ausreichend Blut aus Karstens gestochenem Finger gepresst hatten, stellten wir erleichtert fest, dass es keine Malaria ist. Also doch nur Lebensmittelvergiftung oder Grippe oder so. Damit konnten wir umgehen, auch wenn Karsten mittlerweile wegen Durchfall und Dehydration trotz verabreichter Elektrohyd-Lösung so geschwächt war, dass er kaum mehr ins Bett klettern konnte.

Zum Glück sah am anderen Morgen alles wieder besser aus. Karsten fühlte sich soweit erholt, dass er aufstehen konnte und auf dem Beifahrersitz weiterfahren wollte. Wir zeichneten in einigem Abstand einen Halbkreis um unser Auto und verklickerten den schon beim ersten Tageslicht aufgekreuzten Leuten, dass sie innerhalb dieser Linie nichts zu suchen hätten. Erstaunlicherweise hielten sie sich daran und machten sich sogar gegenseitig darauf aufmerksam, wenn jemand die Linie überschritt. So hatten wir wenigstens soviel Bewegungsfreiheit, dass wir ohne ständig an jemanden anzustossen in Ruhe Wasser für Tee kochen konnten. Wir hätten sogar so frühstücken können, die andern beiden Fahrzeuge ohne "Abstandslinie" wurden aber so belagert, dass sie zügig weiterfahren und später frühstücken wollten. Gesagt, getan - wir fanden sogar ein  ruhiges Plätzchen. Nach einigen weiteren Kilometern durch den teilweise fast undurchdringlichen Busch stiessen wir schliesslich auf eine befestigte Kiesstrasse die uns in kürzester Zeit nach Omorate und zur offiziellen Einreise nach Äthiopien brachte.
Die Route via Lake Turkana war nicht immer einfach aber fantastisch! Für solche Routen lohnt sich die Fahrt durch Afrika - so stellt man sich Afrika overland vor!

Bahir Dar, 6. Juli 2007