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Südafrika    19.12.2006 – 13.1.2007 / 17.1. - 28.1.2007

Zum Ersten

10'000 Tage im Gefängnis – Nelson Mandela für seine Überzeugung; weltweit drittgrösste Bio-Diversität; Cape Agulhas, der südlichste Punkt Afrikas;  Fläche von 1'223'404 km2 – 30x so gross wie Schweiz; 44 Millionen Einwohner – 6x mehr als die Schweiz;  Apartheid bis 1994 - jetzt "Umgekehrte Appartheid?";Einkaufszentren wie in den USA; Weihnachten im Hochsommer;  über 100’000 Hektaren Weinanbaugebiet; 17% der Küste und 6% des Inlandes als Naturschutz- /Nationalparkgebiet; 30'000 Hektaren Farmland jährlich Verlust zugunsten fortschreitender Urbanisierung; Wale; steigende Kriminalität; Landschaft von A-Z und einfach vom Feinsten;  enorme Gastfreundlichkeit; Kälte; Grippe; Traumstrände
                                                                                        -  das und vieles mehr ist für uns Südafrika!

Auf der Brücke über den Oranje und schon sind wir in Südafrika. Für die Einreiseformalitäten erhielten wir  - man stelle sich das vor – einen Laufzettel! An jedem der vier zu passierenden Schalter wurde er auch brav abgestempelt. Alles ging blitzschnell. Allerdings mussten wir den Laufzettel am letzten Schalter unkontrolliert in eine Schachtel werfen und die Beamten an der Grenzbarierre hatten deshalb schliesslich dann doch keine Kontrolle darüber, wem sie nun die Schranke öffneten. Also doch noch ein Quäntchen Afrika.

Der Oranje trennt an dieser Stelle nicht nur zwei Länder, sondern zieht auch eine klare Grenze zwischen zwei ganz unterschiedlichen Landschaftsformen. Auf der Nordseite erstreckt sich die topfebene buschgrasbewachsene Halbwüste Namibias während sich am Südufer braunrote nackte Felswände zu imposanter Berglandschaft türmen. Hier erinnert die niedrige, grüne mit Blumen durchsetzte Buschvegetation erst stark an Norditalien und später an Südfrankreich. In Südafrika wurde es nun erstmals mit Sonnenuntergang auch wieder empfindlich kühl. Wir waren mit rund 800 Meter zwar nur noch halb so hoch wie in Windhoek aber dafür knapp 1000 Kilometer südlicher. In Windhoek hatten wir senkrechten Sonnenstand und entsprechend laue Nächte und hier begannen wir nun wieder zu frösteln wie in einer Sommernacht in den Bergen.

Zusammen mit Reinhilde und Wolfgang aus Regensburg gings von der Grenze zügig südwärts. Wir hatten die beiden schon im Oktober im Elisenheim kennen gelernt und nach ihrem 6 wöchigen „Heimaturlaub“ (sie nannten es Arbeiten) zufällig dort wieder getroffen. Gleichzeitig waren wir Richtung Kapstadt aufgebrochen und hatten uns ohne zu verabredenabends auf den Campingplätzen oder am Grenzübergang wieder getroffen. So verbrachten wir auch unseren ersten Abend in Südafrika gemeinsam bei einem gemütlichen Braai auf dem Campingplatz in Springbock. Allerdings war das Vergnügen nur von kurzer Dauer, bevor wir frierend in unseren Autos verschwanden.Reinhilde und Wolfgang entschieden sich für die Weiterfahrt entlang der Küste, während wir durchs Inland fuhren. Aber in Afrika trifft man sich ja sowieso immer wieder!

Die Weinroute führte uns südwärts vorbei an riesigen Weingütern – jedes mit seinem eigenen kleinen Stausee. Sie windet sich durch Täler mit kargen braunen Berghängen und üppig grünen Talsohlen. Überall wo bewässert wird, schiesst dichte, sattgrüne Vegetation aus dem sonst staubig, trockenen Boden. Kurz entschlossen bogen wir von unserer Route ab und drehten eine Zusatzschlaufe durch die als landschaftlich schön beschriebenen Cedarberge. Und die Landschaft war wirklich atemberaubend – fand zumindest Barbara. Wir kletterten auf kleinen  Pisten durch unberührte Natur (wilderness area) über hohe Pässe. Die Vegetation erinnerte stark an die Engadiner Bergwelt – und roch ebenso! Der von uns anvisierte Campingplatz war erstaunlicherweise geragelt voll – tja, wir haben natürlich genau die südafrikanischen Sommerferien getroffen und ohne Reservation läuft dann gar nichts – und mit Mali wollten sie uns sowieso nicht auf den Platz lassen. Karstens Stimmungsbarometer sank nach der schlechten Holperpiste nun noch um ein paar weitere Grade. Freundlich und hilfsbereit wie die Südafrikaner aber sind, organisierte uns die nette Receptionistin gleich eine andere Unterkunft ca. 20 km entfernt. Dort waren wir die einzigen Gäste auf einer kleinen Farm und hatten unser eigenes Bungalow für Küche und Bad. Um ein vielfaches besser als der überfüllte Camping! Leider konnten wir diesen schönen Platz nicht gebührend geniessen, da wir den ganzen Abend und nächsten Morgen in heftigem Streit verbrachten. Karsten war stinksauer, dass wir nicht ins Thermalbad in Citrusdal gefahren waren (hatte aber auch nie erklärt, dass er das unbedingt möchte) und Barbara hatte die Nase gestrichen voll von dem andauernden Gezänke und der schlechten Stimmung. Auch wenn man in solchen Momenten am liebsten alles liegen und stehen lassen möchte, muss man sich irgendwie miteinander arrangieren – denn unser Afrikaabenteur vorzeitig abzubrechen kommt für uns beide nicht in Frage.

In immer noch etwas angeschlagener Stimmung nahmen wir die restlichen Kilometer nach Kapstadt durch hüglige schöne Berglandschaft und über schmale Passstrassen unter die Räder. Einfachheitshalber entschieden wir uns dann für die Autobahn die uns von Osten her in die Millionenstadt hineinführte. Der Kulturschock! Trotz der langen Angewöhnungszeit in Namibia und die paar Tage Südafrika waren wir alles andere als bereit für eine überfüllte sechsspurige Autobahn. Dank der guten Beschilderung fanden wir aber problemlos mitten in das an amerikanische Grossstädte anmutende Zentrum. Links und rechts Hochhäuser. In den engen Schluchten dazwischen mehrspurige Fahrbahnen. Hektik aber trotzdem europäisch-amerikanische Ordnung und Sauberkeit. Und immer wieder einen Blick auf das im Sonnenlicht gleissende Meer und den alles überragenden Tafelberg. Imposant!

Von unseren mittlerweile weit vor uns reisenden holländischen Freunden Rielle und Jeroen hatten wir per Email verschieden Tipps, Infos und Adressen erhalten für gute, preiswerte und hundefreundliche Übernachtungsmöglichkeiten. Das vereinfachte uns gerade im campingplatzlosen Kapstadt das Leben erheblich. Zudem ist der ganze Dezember und die erste Januarhälfte Südafrikas Sommerferienzeit und alle Campingplätze an der Küste aber auch viele im Inland sind überfüllt. Aber auf den holländischen Spuren wandelnd fand sich immer ein  wunderschönes und meist einsames Plätzchen. Danke Rielle und Jeroen!

In Kapstadt übernachteten wir neben dem Lighthous Lodge Backpacker auf dem Gelände einer ehemaligen psychiatrischen Klinik. Heute ist die Anlage ein alternatives Kulturzentrum mit riesigem Park. Zentrumsnahe und doch massenhaft Auslauf für Mali. Ideal! Sie genoss den eingezäunten Garten, wo sie den ganzen Tag frei rumtigern durfte. Wir genossen es, eine voll eingerichtete Küche, eine schöne Terrasse und einen gemütlichen Aufenthaltsraum zur Verfügung zu haben. Über Mali, die immer von allen bewundert und geliebt wird, kamen wir auch hier sehr schnell in Kontakt mit den anderen Gästen, vor allem mit den „long-stayers“. Bald fühlten wir uns richtig heimisch. So passte es für uns auch perfekt, hier die Weihnachtstage zu verbringen. Am 24. kochten wir uns ein feines Menue (Salat, Pouletbrüstchen an Honig-Rahmsauce mit Nudeln und Weihnachtsguetzli von zu Hause zum Dessert) und schlemmten gediegen ganz alleine, in aller Ruhe und mit festlicher Beleuchtung auf der Terrasse. Höhepunkt  für uns waren natürlich die Weihnachtspakete von zu Hause!!! Mali trägt seither ganz stolz ihr neues Halsband spazieren.Den ganzen 25. hängten wir im Garten des Backpackers rum und genossen das Nichtstun. Für den Abend waren wir bei Uwe eingeladen. Uwe und Gabi sind 2001 mit ihrem Landy in 100 Tagen von Deutschland nach Kapstadt gefahren (www.sandneurosen.com), wo sie an grandioser Lage in Table View ein Haus haben. Wir lernten die beiden in Sambia kennen und wurden sogleich auf einen Besuch eingeladen. Bei spektakulärer Sicht auf den Tafelberg und das eindunkelnde Kapstadt verwöhnte uns Uwe – vorübergehend Strohwittwer – mit Wein, Käse, Brot, Oliven, Trauben und Melone. Bis spät in die Nacht tauschten wir Reiseerlebnisse aus, einfach toll!

In unserer Woche in Kapstadt gab es einigen Papierkram zu erledigen. So beantragte Barbara einen neuen Pass, da der alte voll ist. Unser „falsches“ Carnet de Passage konnten wir vom „südafrikansichen TCS“ korrigieren lassen. Selbstverständlich spulten wir in dieser Zeit auch etwas Touristenprogramm ab: Spazieren in der City und an der Waterfront (touristisch im Quadrat), Ausflüge an den Bloubergstrand und auf der Kaphalbinsel (geniale, ewiglange Strandspaziergänge und mondäne, wilde West- und beschaulichere ruhige Ostküste), die Pinguine in Simonstown (echt putzig, an schönem Strand zusammen mit Touristen und Einheimischen badend) und natürlich durfte auch der Tafelberg nicht fehlen. Frühmorgens um 6h30 machten wir uns zusammen mit Bettina, Rashaad (Erinnerung: wir kennen die Beiden aus Namibia und wir freuten uns riesig über das Wiedersehen) und seinen Eltern auf den Weg, das 1000 Meter hohe Wahrzeichen Kapstadts zu erklimmen. Wars unser sportarmes Jahr 2006, wars Barbaras beginnende Grippe, wars die bereits stechende Sonne oder war der Weg wirklich so steil und anstrengend? – Jedenfalls kamen wir ganz schön ins Keuchen und Schwitzen bei diesem  „Spaziergang“. Dafür wurden wir dann aber mit überwältigender Rundsicht – dank der frühen Stunde noch wolken- und touristenfrei - und heisser Schoggi mit Gipfeli belohnt. Mit etwas Überredungskunst durften wir schliesslich sogar Mali mit in die Seilbahn nehmen und konnten uns so den gelenkstrapazierenden Abstieg zu Fuss ersparen. Übrigens: Kapstadts Cable Cart ist eine runde Seilbahnkabine, die sich auf der Fahrt langsam dreht – ja genau, wie die berühmte Schweizer Titlis-Seilbahn! Selbstverständlich ebenfalls in der Schweiz hergestellt.

Kaum vom Tafelberg wieder zurück, sprang uns die Schlagzeile der Tageszeitung ins Auge: Mountain Summit Attack! Am Vortag wurden ausländische Touristen auf dem Berg ausgeraubt und niedergestochen (diese Schlagzeile fand ihren Weg bis in die Schweiz, wie wir von besorgten Anrufen erfuhren). Kriminalität ist in Südafrika, insbesondere in den Grossstädten ein akutes Problem. Wir glaubten lange, dass diesbezüglich wohl übertrieben wird, wurden aber leider eines besseren belehrt. Für nur kleine Beträge – manchmal nur schon ein Handy – werden Leute überfallen, ausgeraubt und gewaltsam angegriffen. Zwei junge Männer aus unserem Backpacker erlebten dies am eigenen Leib ausgerechnet am Heiligabend. Auch Richard und Claire und ihre Freunde – alle wohnen in Kapstadt – haben entsprechende Geschichten zu berichten gewusst. Richard und Claire waren Nicoles und Christophs „Gasteltern“ in Kapstadt und als wir ihnen von den Beiden ein kleines Weihnachtsgeschenk brachten, luden sie uns spontan zu einem Braai ein. Die immer wieder erlebte enorme Gastfreundschaft und Grosszügigkeit in Südafrika steht im krassen Gegensatz zur bedrohlichen Kriminalität. Dieser Grillabend eröffnete uns interessante Einblicke in das Alltagsleben und die Probleme in Südafrika. Und es war schön, wieder einmal Gesprächen über den normalen Arbeitsalltag und seine Sorgen lauschen zu können…

Unseren ganz persönlicher Höhepunkt in Kapstadt schenkten wir uns zu Weihnachten: wir fuhren ans Kap der guten Hoffnung, den symbolischen Umkehrpunkt unserer Reise. Hiermit war die erste Etappe geschafft, jetzt geht’s auf den Heimweg. Am Kap packten wir unsere Rucksäcke, bzw. die Kisten in unserem Auto voll mit guter Hoffnung für eine glückliche Heimreise. Das Kap der guten Hoffnung ist zwar nicht der südlichste – der sollte ein paar Tage später noch kommen – aber der südwestlichste und wohl bekannteste und symbolträchtigste Punkt Afrikas. Hier waren wir nun von unserer Wohnung in Zürich genau 9107 km Luftlinie entfernt, vom Fex 8989 km und von Erfurt 9486 km. Da kommt man doch schon fast in Versuchung zu fragen, weshalb nur wir für diese Distanz mehr als ein Jahr brauchten und wie wir es auf über 40'000 km geschafft haben… Karstens trockene Antwort darauf: Mann nehme die kürzeste Verbindung zwischen A und B und lasse Barbara die Route im Detail planen. Daraus ergibt sich eine zick-zack Fieberkurve mit enormem Ausschlag die alles einschliesst, was auch nur im Entferntesten als sehenswert gilt!

Regen und Barbaras fiebrige Schwächeanfälle verhinderten unsere am 26.12. vorgesehene Weiterreise um einen Tag. Am 27. dann gings aber los. Wir kurvten entlang der hügligen Küste, die immer wieder reizvolle Blicke auf lange Sandstrände bot. Vergebens hielten wir nach den berühmten Walherden Ausschau, die von September bis Dezember diese Küste bevölkern und das seichte Wasser als Gebärsaal nutzen. Barbara hatte immerhin am Kap der guten Hoffnung von weitem eine Walfontäne gesehen. Aber dabei sollte es bleiben.
Am späten Nachmittag dann standen wir am definitiv südlichsten Punkt unserer Reise, am Cape Agulhas. Von Zürich hierhin hatten wir in 389 Tagen genau 42'844 km zurückgelegt. Nicht schlecht, oder? Hier an der südlichsten Spitze Afrikas treffen der „kalte“ Atlantik und der „warme“ indische Ozean aufeinander. Wir befanden uns hier auf einer südlichen Breite von 34° (S 34°49.916' E 20°00.163'). Auf der Nordhalbkugel entspricht der 34. Breitengrad gerade mal Rabat oder Casablanca in Nordmarokko. Der Äquator geht also genau durch die Mitte Afrikas. Im Vergleich dazu liegt Zürich auf dem 47. nördlichen Breitengrad und Erfurt auf dem 52.

Getreu dem holländischen Tipp langten wir am nächsten Nachmittag bei der gratis Degustation auf dem van Loveren-Weingut grosszügig zu. Das war auch nicht weiter schwierig, da man gleich die vollen Flaschen des ausgewählten Weines auf den eigenen, schön im Grünen gelegenen Tisch bekam. So erstaunte es natürlich auch nicht, dass wir den ganzen Nachmittag sitzen blieben. Angesäuselt wie wir waren, durften wir dann auch gleich auf dem Weingut übernachten. Wir erhielten den gleichen wunderschönen Platz direkt am Fluss wie die Holländer einige Monate vor uns – gratis! Der Fluss war so warm, dass wir ein ausgiebiges Bad genossen und sogar unsere sonst wasserscheue Mali paddelte vergnügt mit uns im tiefen Wasser herum – dabei hatte sie doch gar keinen Wein, oder? 

Des Nieselregens wegen zogen wir am nächsten Morgen dem Flussbad die Thermalquellen in Montagu vor. Diese sind wunderschön in einer Schlucht gelegen. Kaum sassen wir allerdings im warmen Nass, stoppte wegen Stromausfalls der Zufluss von weiterem heissem Wasser. Nach einer knappen Stunde war das Badewasser fast so kalt wie das Wasser von oben - und wir schnell wieder draussen. Durch die bergige Landschaft von Klein-Karoo erreichten wir die Straussenmetropole Oudshoorn. Im dritten Anlauf fanden wir dann in der sonst so vollen Stadt auf der Wiese eines B&B doch noch ein Plätzchen zum Übernachten. Die Besitzerin war so begeistert von unserer Reise, dass wir gleich bei der Ankunft mit ihr im Atlas unsere Reiseroute durchgehen mussten. Für den Abend lud sie uns zu heisser Schokolade und Weihnachtskuchen ein und schaute sich mit Begeisterung unsere Fotos an. Wir genossen den schönen Abend und freuten uns über die Gratis-Übernachtung. Unser Frühstücksrührei am nächsten Morgen mussten wir uns erst einmal verdienen: Es ist gar nicht so einfach, die Schale eines Strausseneis zu knacken, aber mit dem Schraubenzieher schafften wir es dann doch. Nun hatten wir Rührei bis es uns zu den Ohren raus kam, entspricht ein Straussenei doch 24 Hühnereiern! So bekam auch Mali ihre Portion ab und die leere Eierschale faszinierte sie den ganzen Morgen. 

Auf dem Weg zum imposanten Swartbergpass schauten wir auf einer Farm vorbei, die, wie wir richtig vermuteten, Schweizern gehörte. Sogleich wurden wir von Pascal, einem ehemaligen Jockey aus Genf, auf einen Kaffe eingeladen. Nur schwer rissen wir uns nach einer Stunde plaudern los um die steile Passstrasse unter die Räder zu nehmen. Wir wurden mit einer sensationellen Rundsicht belohnt und kamen uns vor, wie auf dem Dache der Welt. Kurz nach der Passhöhe bogen wir auf eine kleine Piste ab, die uns zwei Stunden und 50 km später in der Hölle wieder ausspuckte. Zuhinterst im Tal mitten in einem Nationalpark liegt der Campingplatz „the Hell“. Hier wars wunderbar einsam und ruhig, genau der richtige Ort um zwei Tage später entspannt und gemütlich ins neue Jahr zu rutschen. Silvester feierten wir mit leckeren Straussenfillet und das neue Jahr begrüssten wir mit 24 x Ei gerührt und Champagner.
Die Fahrt auf der anderen Passseite runter war ultimativ. Sie führte entlang hoher glatter Felswände und durch tiefe, enge Schluchten. In einem Seiteneinschnitt sprudelte ein kleiner Wasserfall über die Felsen und sammelte sich in drei übereinander liegenden Felspools. Vergnügt plantschten die Einheimischen im Wasser und nutzten die glatt polierten Felsübergänge zwischen den natürlichen Pools als Wasserrutschen.

Ein weiterer holländischer Tipp führte uns in die Wilderness Area „Baviaanskloof“. Die 168 km durch die uberührte Landschaft, durch Schluchten und Flüsse und über fast unüberwindbare Pässe sind das wahre Paradies für Naturliebhaber. So begeistert wie Barbara von der Natur war, so genervt war Karsten über die wirklich miese Holperpiste. Für unseren Geschmack tummelten sich nun zur Ferienzeit einige Dutzend Südafrikaner zu viel in dieser Gegend, so dass wir keinen geeigneten Platz für ein Bushcamp mit hier natürlich verbotenem Hund fanden.

Auf dieses Naturerlebnis folgte das volle Kontrastprogramm: sechsspurige Autobahn um Port Elizabeth herum und der Küste entlang vorbei an mondänen Strandsiedlungen. Allerdings wurden wir von dieser Küstenstrecke enttäuscht. Zwischen uns und dem Meer lagen immer mehrere Reihen hohe, bewachsene Dünen, so dass wir vom Meer kaum was zu Gesicht bekamen. Als wir ein Stück weiter den 10 km langen Abstecher durch die Düne zum Meer vor machten, erlebten wir die positive Seite dieses Küstenabschnitts: menschenleere, kilometerlange schneeweisse, ganz flache Sandstrände! Und dazu ein fast leerer Campingplatz an der Lagune der Flussmündung. Nicht nur Mali genoss die langen Strandspaziergänge … und das in Hamburg! Ja, Hamburg haben wir uns schon etwas anders vorgestellt. Aber auch Berlin, Amsterdam, Sans Soucie, East London, und wie sie alle heissen lassen sich wohl nicht mit ihren europäischen Pendants vergleichen.

Nach dem Meer waren nun wieder Berge angesagt. Zum Glück war die Fahrt nach Hogsback nicht allzu weit, da Karsten nun mittlerweile grippegeschwächt war. Hogsback soll den Schriftsteller Tolkien dazu inspiriert haben, seine Fantasy-Saga „Herr der Ringe“ zu schreiben. Leicht nachzuvollziehen - die Gegend um Hogsback ist tatsächlich eine richtige Märchenwelt. Dichte ursprüngliche Wälder an steilen Hängen, enge Schluchten, Wasserfälle und die drei alles überragenden Bergrücken Hogsback 1, 2 und 3.  Am Nachmittag bahnten wir uns auf einem langen Spaziergang einen Weg durch das tropische Dickicht und folgten kaum sichtbaren Trampelpfaden. Mehr als einmal hatten wir das Gefühl, dass hinter der nächsten Wegbiegung gleich eine Elfe oder ein Hobbit auftaucht. Aber die kamerascheuen Kerlchen waren schneller, wir beakmen nie einen zu Gesicht. Auch unser Backpacker mit Campingplatz passt in diese Märchenwelt – der Name ist sehr treffend gewählt: „Away with the Feries“, genau so fühlten wir uns dort. Und alles dann am späten Nachmittag dichtester Nebel aufzog und alles in Watte packte, hätte es märchenhafter nicht sein können.

Seit unserem letzten Besuch auf Camp Gecko stand für uns fest, dass wir einen Abstecher nach Cintsa machen würden. Dort verbrachte nämlich Luca, Heidis Sohn, 2 Ferienwochen am Meer bei seinem Papa im Buccaneers Backpackers. Wir freuten uns auf Luca und gemäss unserem Reiseführer soll das Buccaneers wohl das beste Backpacker Südafrikas sein. Perfekt! – Nur war Luca ausgerechnet als wir kamen mit seinem Papa einige Tage unterwegs und das Backpacker war völlig ausgebucht. Nachdem sich die Chefin aber selbst um uns kümmerte, fanden wir doch noch ein kleines Plätzchen für unser Auto – sogar mit Sicht auf den fantastischen Sandstrand und erst noch gratis. Barbara fühlte sich mittlerweile so weit genesen, dass sie sich am Nachmittag in die doch recht kalten Fluten stürzte, tapfer begleitet von Mali. Schade, Luca hatten wir nicht mehr getroffen und das Buccaneers, so schön es ist, hatte uns etwas zu viele happy people. Uns zog es am nächsten Tag also weiter an ein etwas ruhigeres Plätzchen.

Von Bulungula hatten wir von Nicole und Christoph schon in Botswana gehört und hatten diese ruhige Backpacker-Lodge abseits jeder Touristenroute seither noch ein paar Mal als Geheimtipp empfohlen bekommen. Bulungula ist eine kleine Xhora-Community an der Wildcoast in der Transkei. Die Transkei ist eines der ehemaligen Homelands. Nur hier durften sich die Schwarzen zu Appartheidszeiten – also bis 1994 – frei bewegen und Grundeigentum erwerben. Ausserhalb der Homelands waren sie nur als billig-Arbeitnehmer geduldet und ohne jegliche politische Rechte. Sie mussten zudem immer ihr „resident permit“ auf sich tragen, da sie sonst ohne federlesens in eines der Homelands deportiert werden konnten – alles eindrücklich beschrieben in Nelson Mandelas Biographie „Long Walk to Freedom“ (gibts für die faulen Leser auch in abgekürzter Fassung). Seit 1994 hat sich nun zum Glück einiges geändert, aber wie wir immer wieder hören, nicht nur zum Positiven. Häufig wird jetzt von der "Umgekehrten-Appartheid" gesprochen. Jetzt mit einer "schwarzen Regierung" fühlen sich Weisse benachteiligt. Nicht selten würden Schwarze bei der Einstellung oder Beförderung vorgezogen, obwohl sie nicht über die nötigen Qualifikationen verfügen würden. So komme es - um nur ein Beispiel zu nennen - nicht selten vor, dass auf Polizeistationen die schwarzen Vorgesetzten unzureichend englisch könnten und sich deshalb einen weissen Arbeitskollegen herbeirufen müssten für die Anliegen von Enlischsprachigen. Auch die massiv angestiegene Kriminalitätsrate insbesondere von Kapitalverbrechen wird nicht selten auf das neue System zurück geführt. Mit der Aufhebung der Homelands können sich jetzt auch die vorher von einander getrennt lebenden Volksgruppen wie z.B. Zulu oder Xhosa frei bewegen und gerade zwischen Angehörigen unterschiedlicher schwarzer Volkssgruppen fänden immer wieder Gewaltverbrechen statt. Es scheint also auch hier eine Kehrseite der Medaille zu geben.

Bulungula liegt an einer Flussmündung direkt am Meer und ist von der Aussenwelt abgeschirmt durch kilometerlanges Hügelland, Wälder und Flüsse. Die Anfahrt ist so mühsam, dass sie nur mit einer speziellen Detailkarte und 4x4 bewältigt werden kann. Kein Wunder also brauchten wir für die 200 km von Cintsa nach Bulungula fast 5 Stunden. Zu allem Übel nieselte es auch noch und wir mussten uns durch dichten Nebel kämpfen. Von der Landschaft sahen wir kaum etwas. Auch Bulungula selber versank in tristen Grau und heftigem Wind. Das grau-schwarze Meer brodelte und kochte. Nicht eben das erwartete Paradies… Auch der nächste Tag wurde beherrscht von Gewitter, Dauerregen und Sturmwind. Gerne flüchteten wir uns in den warmen, mit fröhlichen Farben gepinselten und gemütlichen Aufenthaltsraum. Den ganzen Tag fläzten wir am Boden auf Kissen rum und fröntem dem Nichtstun. Um uns herum tobten – zu Malis Leidwesen - die einheimischen Kinder und einige erwachsene Communitymitglieder diskutierten lautstark an einem der Tische – nicht jedermanns Sache. Das ist wohl nur möglich, weil die Bulungula-Lodge zu 40% der Community gehört. Die Leute sind auch sonst in den Tagesablauf in der Lodge eingebunden durch Mithilfe und als Guides für verschiedene Aktivitäten. Dave, der Besitzer und selber ehemaliger Backpacker erklärte uns, dass er die Lodge mit allen Hauptgebäuden und den 9 Bungalows 2004 in nur 3 Monaten aufgebaut hatte – für afrikanische Verhältnisse also in Rekordzeit! Es waren permanent 40 Leute aus der Community beschäftigt, allerdings im wöchentlichen Wechsel um alle gleichermassen profitieren zu lassen. Das Resultat kann sich wirklich sehen lassen! Ganz begeistert waren wir von den künstlerischen, bunt gepinselten und mit Mosaiken ausgelegten Duschen und WC. Am nächsten Tag endlich offenbarte sich uns dann das kleine Paradies bei Sonnenschein. Frühstück auf der saftig grünen Wiese mit Ausblick auf das nur wenige Meter entfernte, tiefblaue tosende Meer. Vor uns der ewig lange menschenleere Sandstrand und hinter uns die grünen Wiesenhänge mit den bunten Rundhütten und den frei weidenden Tieren. Nicht nur eine Augenweide für uns und eine Freude für Mali, sondern auch wieder mal etwas für unsere Muskeln (inklusive Lachmuskeln) bot der 2stündige Ausritt dem Strand entlang und durchs Hinterland. Weil der Ort so friedlich, der Strand so badefreundlich, das traditionelle Essen so fein, der Campingplatz so billig und Malis Bewegungsfreiheit so uneingeschränkt war, blieben wir hier etwas länger als vorgesehen… wieder einmal!

Port St. Johns, Luftlinie einige Kilometer weiter nördlich, ebenfalls an der Wild Coast war unser nächstes Ziel – aber nicht wegen der dort ansässigen Hippie-Gemeinde sondern wegen des Fondue, jawohl!, im „wood’n’spoon“. Von diesem Fondue träumten wir schon seit wir in  Namibia zum ersten Mal von Sibylle und Christoph davon gehört hatten. An der Second Beach haben sich Priska und Dani aus der Schweiz auf ihrer Reise durch Afrika vor 6 Jahren niedergelassen und das kleine Restaurant eröffnet. Zimmermann Dani zimmerte die ganze Einrichtung und macht kunstvolle Holzarbeiten während Priska in einer Hand den Kochlöffel schwingt und auf dem anderen Arm eines der beiden Kinder balanciert. Von der Restaurantterrasse wandert der entspannte Blick des Gastes über die von tropischem Grün gesäumte Lagune und den Strand – wenn man sich da mal nicht wohl fühlt! Ganz in der Nähe durften wir campen und freuten uns schon riesig aufs Fondue. Aber Pech gehabt, Fondue seit Tagen ausverkauft! Das ist offenbar der Renner in Südafrika. Für den nächsten Tag war zum Glück aber eine weitere Lieferung des echten Schweizer Käses, direkt importiert aus Cham, geplant. Also blieben wir doch einfach einen Tag mehr an diesem schönen Ort, badeten, freuten uns auf einer kleinen Wanderung über die tolle Umgebung und genossen die Gesellschaft von Priska und Dani. Und wieder einmal mehr – die Welt ist so klein: Priska führte in Zürich das Restaurant Eyhof, wo Barbara zu dieser Zeit regelmässig verkehrte und Dani – tja, Dani kennt unsere Trauzeugin Branka bestens! Als krönender Abschluss dieser zwei wundervollen Tage gabs dann zwischen einer leckeren Muschelvorspeise und dem göttlichen Tiramisu-Dessert endlich das richtige Schweizer Fondue – mmhhhh! –Und das alles zu Preisen, von denen man in der Schweiz nur träumen kann… 

Nach unserer Küsten-Bummelei frassen wir nun zügig die letzten Kilometer durch die Transkei und arbeiteten uns ins Inland bis an den Fuss der Drakkensberge vor. In der warmen Stube im herzigen Backpacker auf der Khotso-Pferde-Farm störte es uns wenig, dass es draussen heftig gewitterte. Hier erhielten wir von Steve, dem mega coolen Besitzer noch einige nützliche Infos zu Lesotho – und auf gings Richtung Sani Pass. Der Sani Pass ist die einzige für Fahrzeuge passierbare Verbindung zwischen KwaZulu-Natal und Lesotho über die Drakkensberge. 20 km windet sich eine schmale, schlechte Piste durch ein enges Tal bis zum Fuss des eigentlichen Passes. Dort erledigte der Südafrikanische Grenzposten zügig die Ausreiseformalitäten und kontrollierte das Auto. Passierbar ist der Pass nämlich nur für 4x4-Fahrzeuge. Auch nicht erstaunlich in Anbetracht der ausgewaschenen Fels- und Schotterpiste mit engen Haarnadelkurven, die die weltweit drittsteilste offizielle Passstrasse darstellt mit ihren 30% Steigung - Van Zyl's Pass, der mit Bestimmtheit ausserhalb dieses Ranking läuft, lässt grüssen! Auf nur 6 km überwindet der Sani Pass 900 Höhenmeter! Im 1. Gang untersetzt quälten wir uns im Schritttempo über den steilen, holprigen und beweglichen Untergrund im „Niemandsland“. Mehr als einmal hatte unser Macun im steilen Schotter zu kämpfen und brauchte in zwei Haarnadelkurven mehrere Anläufe. Dafür entschädigte aber die eindrückliche Landschaft mit ihren steilen und trotzdem wiesenbewachsenen, „rollenden“ Berghängen. Sie erinnern an die Dünung auf offenem Meer. Nur fehlte uns die Zeit, sie zu geniessen. Barbaras volle Aufmerksamkeit galt dem Fahren und Karsten sass wohl mindestens genauso angespannt auf dem Beifahrersitz während Mali unkontrollierte Rückwärtspurzelbäume quer durchs Fahrzeuginnere schlug. Aber dann wars geschafft: wir standen auf dem 2865 m hohen Pass, vor uns der Grenzposten von Lesotho.

    Ficksburg, 17. Januar 2007

 

 

In der Chronologie geht es hier weiter mit dem Reisebericht über Lesotho. Anschliessend folgt unten der zweite Bericht über Südafrika.

 

 

Zum Zweiten

You’re right! Yes madam, you’re absolutely right. – I was wrong! Starke Worte für einen Beamten in Afrika! Bis jetzt auch die absolute Prèmière. Und so kam es zu diesem denkwürdigen Ausspruch: Bei der erneuten Einreise nach Südafrika in Ficksburg versuchten wir den Zollbeamten zu erklären, weshalb sie unser neues Carnet stempeln sollten (das alte, abgelaufene aber eigentlich für Südafrika noch gültige Carnet hatten wir in Lesotho ja dummerweise ausstempeln lassen). 1. ist wohl noch nie jemand von Lesotho mit einem Carnet eingereist, 2. hatte die gute Frau am Schalter noch nie ein solches Dokument gesehen und verstand 3. überhaupt nicht, was wir wollten. Also holte sie ihren Vorgesetzten.  Der freundliche schwarze Zöllner in unserem (jugendlichen) Alter verstand unser Anliegen rasch. Sogar dass wir mit zwei Carnets, dem alten und dem neuen, vor ihm standen, war kein Problem.  Nur hatte er in seiner Laufbahn wohl noch nie ein Carnet selbst ausgefüllt. Er wollte partout den Ausreise- anstatt den Einreisebeleg stempeln, da wir das Auto ja aus Lesotho exportieren würden. Barbara musste mit ihm erst eine lange Diskussion über Import und Export führen. Nach erneutem intensiven Studium des Carnets kam dann die Erleuchtung zusammen mit diesem denkwürdigen Ausspruch. Der richtige Beleg war dann rasch ausgefüllt und Südafrika hatte uns wieder zurück. 

Ficksburg ist nur ein kleines Grenzkaff. Uns gefiel es aber erstaunlich gut. Der saubere, konfortable und wohl billigste Campingplatz Südafrikas liegt in einem Park mitten in der Stadt. Wir genossen es, in nur fünf Minuten zu Fuss im gut assortierten Spar, im freundlichen Midas, in der zuvorkommenden Toyota-Garage, im raschen Internetcafe und im feinen Restaurant –Pub zu sein. Am nächsten Morgen hatten wir ein Einkaufserlebnis ganz neuer Art: Shoppen im Dunkeln. Wegen städtischen Stromausfalls war im Spar nur die Notbeleuchtung in Betrieb. Beim Auspacken unserer Einkaufstaschen kamen wir uns vor wie Kinder mit ihren Wundertüten! In Ficksburg konnten wir auch endlich Karstens ungutes Gefühl beheben. Der Toyota-Spezialist versicherte ihm nach einer Probefahrt, dass das seltsame Geräusch, das wir seit einiger Zeit beim Gasgeben feststellten, tatsächlich nur vom Auspuff und nicht vom Motor kommt. Nun war die Welt wieder in Ordnung! 

Wir waren lange Zeit unsicher, ob wir tatsächlich noch in die Drakensberge fahren sollten. Bedeutete dies doch, dass wir entlang Lesothos Ostgrenze wieder alles südwärts und damit eigentlich auch retour fahren würden. Aber wir liessen uns davon überzeugen, dass die Berge, auf deren Rücken wir durch Lesotho gekurvt waren, von der südafrikanischen Seite ebenfalls spektakulär sein sollen. In Südafrika fallen die Dreitausender in senkrechten Felswänden auf das nur knapp 1000 Meter hohe KwaZula-Natal ab. Von Ficksburg aus gings nun also entlang den bizarren Sandsteinformationen durch den Goldengate Nationalpark Richtung Drakensberge. Die Sonne liess die beigen Sandsteinwände und Halbrund im Park tatsächlich wie goldene Tore schimmern. Bezaubernd! Wäre Mali im Park erlaubt gewesen, wären wir sicher nicht nur durch gefahren, sondern hätten auch einige Zeit mit Wanderungen verbracht. Gegen Abend fuhren wir an einem Schild „Lodge Little Switzerland“ vorbei. Da mussten wir natürlich hin und hofften schon darauf, vielleicht auch dort übernachten zu dürfen. Aber aufs Gelände wollten sie uns mit Mali schon gar nicht lassen und die Luxus-Luxus-Lodge war zwar auf Schweiz getrimmt mit Bildern und Einrichtung, hatte aber nie Schweizern gehört. Also genossen wir nur die wirklich grandiose Aussicht in die Drakensberge und das luxuriöse WC und machten uns wieder auf den Weg auf der Suche nach einer uns angemesseneren Bleibe. In der Backpacker-Lodge Amphitheater wurden wir fündig. Der Ausblick auf die im Halbrund angeordneten, senkrecht abfallenden Drakensberge ist der Grund für den Namen des Backpackers. Bei feuerrotem Abendhimmel sogen wir die kitschige Stimmung von unseren Logeplätzen in vollen Zügen auf.

Die schöne Strecke entlang den Drakensbergen soll immer wieder faszinierende Blicke auf das Felsmassiv freigeben – nur hatten wir nichts davon, da sich die ganze Bergkette in dichten Nebel hüllte. Wir fuhren so nahe wie möglich an die Berge heran, aber auch hier war die Sicht nicht besser. Zudem waren die letzten paar Kilometer mal wieder Nationalpark und damit Hundeverbot. Aber bei diesem Wetter wären die 5 Franken Parkeintritt sowieso zum Fenster hinaus geworfenes Geld gewesen. Allerdings ärgerte die kaltschnäuzige und arrogante Art, wie der Parkwächter uns den Eintritt in den Park mit Hund verbot (in der Sache hatte er ja recht – nur das Wie …!) Barbara derart, dass sie ausstieg und dem Typen anständig aber unmissverständlich die Leviten las. „ I am sorry madam! You are right, I was rude – I’m very sorry“. Über dieses Eingeständnis und die ehrliche Entschuldigung waren wir echt verblüfft. Das ist wohl eher eine Seltenheit – nicht nur in Afrika!

Die Suche nach einem geeigneten Übernachtungsplatz gestaltete sich an diesem Tag recht schwierig. Was uns bisher ganz, ganz selten passiert war, kam nun gleich zweimal vor: Hunde im Backpacker und auf dem Campingplatz nicht erlaubt. Die Besitzer hatten selber mehrere Hunde – was bis anhin mit Mali nie ein Problem war. Auf der Weiterfahrt verloren wir zu allem Übel noch unser Federblatt, das das Scharnier der hinteren Tür entlasten soll. Zum Glück gelang es dem Auto hinter uns, rechtzeitig dem „fliegenden Federblatt“ auszuweichen. Trotz intensivem Absuchen des Strassengrabens fanden wir das gute Stück nicht wieder. Das Pünktchen aufs „i“ setzte schliesslich das heftige Gewitter, das uns den letzten Rest an guter Laune raubte. Aber als Ausgleich für all dies landeten wir am Schluss in Kamberg im toll gelegenen International Backpackers bei John. Auch John ist Hundebesitzer, bot aber sofort an, seinen "aggressiven" Hund anzubinden, damit Mali frei herumlaufen konnte. Das war uns aber nicht recht, und so mussten sich halt die Hunde an der Leine abwechseln. Wir wollten an diesem Abend grillieren und John machte uns gleich ein Feuer. Um die Glut abzuwarten, plauderten wir mit ihm in der Küche bei Wein und Bier. Wir waren die einzigen Gäste. John suchte Salat und Gemüse aus seinem Kühlschrank heraus – das müsse gegessen werden. Dann brachte er Pouletfleisch. Immer wieder kam er mit neuen Sachen, die wir noch probieren sollten und hatte gleich gute Tipps für die Zubereitung. Schliesslich hatten er und Barbara ein feines Dreigangmenu zusammengestellt. Gesunde, ausgewogene Kost, farblich abgestimmt, schön präsentiert und hergerichtet – unser Grillieren war vergessen. John wollte nicht mitessen und bestand auf candellight-dinner for two. Erst am nächsten Tag beim Bezahlen merkten wir, dass alles, inkl. Wein und Bier (und davon hatten wir reichlich) spendiert war. John ist ein herrvorragender Gastgeber - nicht nur seiner Grosszügigkeit wegen. Er hat viel erlebt und wusste spannend und witzig zu erzählen. Einmal mehr ein toller Abend!

Da wir schon einmal in Kamberg waren, wollten wir auch auf der Pferdefarm Sans Souci vorbei schauen. Auf Sans Souci hatten Sylvia und Charlie, deren  Afrikareise wir im Internet zwecks guter Tipps mitverfolgten, einige Monate verbracht. Wir wurden herzlich empfangen von Trisha, der Farmerin. Fast zwei Stunden sassen wir bei ihr im Haus und plauderten. Es ist immer sehr spannend, wenn Leute, die in Afrika aufgewachsen sind, aus ihrem Leben und von ihren Erfahrungen erzählen. So haben wir von Trisha zum Beispiel gelernt, dass praktisch keine der „Schwarzen-Sprachen“ die Zukunfts/- Futurform kennt. Die Zukunft wird mit einer Konditionalform (Möglichkeitsform) ausgedrückt. In Deutsch würde es dann etwa heissen: „Wenn möglicherweise morgen die Sonne scheint, arbeite ich möglicherweise“. Trisha erzählte auch, dass es bei vielen Stämmen Tradition ist, dass man nichts zurück lässt und bei einem Umzug zum Beispiel alles, das nicht mitgenommen wird, verbrannt, inklusive Haus, Bäume etc. Es soll niemand anders davon profitieren können. Diese zwei Aspekte widerspiegeln (oder begründen?) eindrücklich die so einzig aufs Heute konzentrierte Lebensweise der schwarzen Afrikanischen Bevölkerung. Den meisten Europäern täte es gut, etwas mehr im Heute zu leben. Dafür müssten die Afrikaner wohl lernen ein klein wenig  häufiger an die Zukunft zu denken. 

Die gut 500 km zu den Betonmetropolen Johannesburg und Pretoria fegten wir über die Autobahn – trotz Autobahngebühren. Aber wir wollten nun endlich einmal etwas vorwärts kommen. Johannesburg liessen wir links liegen. Die ehemalige Goldgräberstadt glänzt heute leider v.a. durch Kriminalität. Unser Ziel war das geruhsamere nur 56 km entfernte Pretoria. Pretoria ist die „administrative“ Hauptstadt Südafrikas. Hier befinden sich – für Reisende immer wichtig – die allermeisten Botschaften. Nach einer kurzen und recht lauten Nacht in einem Backpacker holten wir am Montagmorgen Barbaras neuen Pass auf der Schweizer Botschaft ab. Schnurstracks versuchten wir anschliessend unser Glück auf der Sudan Botschaft. Von anderen Reiseberichten wussten wir, wie mühsam es ist, sich das Sudanvisum unterwegs zu besorgen. Vor ein paar Jahren allerdings gab es dieses Visum in Pretoria ohne grossen Aufwand mit 6 Monaten Einreisfrist. Heute leider nicht mehr, wie wir feststellen mussten. Neu gibt’s auch hier nur noch Visa mit einmonatiger Frist und was wir hierfür alles hätten bringen müssen! Neben dem üblichen Kram hätten wir noch eine Bestätigung des Arbeitgebers und Bankauszüge vorweisen sollen, den genauen Reiseweg sowie eine Garantie eines speziellen Sudanesischen Reisebüros…! Ne danke! Auch Mozambiques Botschaft verliessen wir unverrichteter Dinge. Wir hatten keine Lust, erstens überhaupt diesen hohen Betrag (Barbara 60.- Fr. / Karsten 70.-) fürs Visum zu berappen und diesen zweitens auch noch auf einer Bank einzahlen zu müssen (in Afrika verbringt man Stunden mit Anstehen auf Bank und Post). Wir wollten es lieber gleich an der Grenze probieren.
Ebenfalls erfolglos wegen zu teuer war die Reparatur unserer Windschutzscheibe. Wir hatten am Vortag auf der Autobahn einen kleinen Stein abgekriegt. Der Einschlag ist so klein, dass die Scheibe hoffentlich trotzdem noch lange hält. Nach diesen Misserfolgen fiel es uns nicht schwer, Pretoria gleich wieder zu verlassen. 

Die nächsten 5 Tage verbrachen wir etwas ausserhalb Johannesburg bei Irma und Herbert im Cat Village. Die beiden hatten vor drei Jahren begonnen auf einem 2.5 Hektaren grossen Grundstück ein Katzenheim aufzubauen. In einer möglichst natürlichen Umgebung finden streunende, verwahrloste, verletzte und alte Katzen ein neues, sicheres zu Hause. Und das ist bitter nötig, wenn man sieht, wie in Afrika mit Tieren umgegangen wird. Mittlerweile leben 350 Katzen, 10 Hunde und einige andere Tiere auf dem Gelände. Gegen Kälte (im Winter hat es nachts minus Grade) und Hitze stehen herzige Häuschen zur Verfügung. Alle sind oder werden noch isoliert und sind mit Katzenkörbchen, Decken und Stroh ausgestattet. Es sehen separate Quarantänestationen für Neuzugänge und abgetrennte Teile für Katzen mit Jungen zur Verfügung. Alle Katzen haben einen Namen (Irma und Herbert kennen alle ihre Tiere!), werden tierärztlich betreut und werden jeden Tag von Irma und Herbert einzeln gecheckt. Irma und Herbert, beide im Pensionsalter, setzen absolut selbstlos ihre ganze Energie und ihr ganzes Geld dafür ein, Tieren zu helfen. Es ist bewundernswert, was die Beiden auf die Beine gestellt haben! Neben dem Cat Village betreuen sie noch zwei weitere Cats-Sanctuarys und versorgen mittlerweile auch in zwei Townships die Tiere mit Futter. Natürlich verschlingt dies Unmengen an Geld. Nur schon das Futter beläuft sich monatlich auf 15'000.- Rand (3000.- Fr.), hinzu kommen Tierarzt- und Infrastrukturkosten. Dank unermüdlichem Einsatz und viel Überzeugungsarbeit haben die Beiden nun verschiedene Sponsoren gefunden wie z.B. den Tierfutterhersteller „Hills“ und Tierärzte aus der Umgebung. Sie machen alles selber und verpulfern kein Geld für Werbung, Hochglanzprospekte etc. Durch persönlichen Einsatz und den Aufbau eines grossen Beziehungsnetzes kommen die nötigen Mittel zusammen. Ein paar Freiwillige helfen ihnen mit der Katzenversorgung und der Administration. So stellen sie sicher, dass alles Geld den Tieren zu Gute kommt. Sie selber leben bescheiden von ihrem Ersparten und schiessen auch davon so viel wie möglich ein für die Tiere. Was sie bis heute erreicht haben, beschreiben sie mit eigenen Worten so (und schöner könnte man es nicht sagen): „What we have established is a drop in the ocean, but at least it is a drop and it means the world to every animal we care for“.

Ihr nächstes Projekt ist die Anschaffung einer mobilen Veterinärsstation. Damit sollen Tierärzte kostenlos in den Townships Tiere verarzten und sterilisieren. Das ganz grosse Ziel von Irma und Herbert ist es allerdings, in Südafrika eine Gesetzesänderung zum Wohle aller Tiere herbeizuführen. Sie sind im Moment dabei, über Tierschutzorganisationen, Parlamentarier, freiwillige Helfer und Sponsoren alle vorhandenen Kräfte zu mobilisieren und kanalisieren. Wir drücken ihnen beide Daumen, dass sie im Interesse aller Tiere ihr Ziel bald erreichen.

Im Cat Village haben wir eines der wenigen Hilfsprojekte gefunden, die wir zukünftig von zu Hause unterstützen werden. Hier sind wir überzeugt, dass unser Geld zu 100% den Tieren zu Gute kommt. Wir haben auf unserer Reise durch Afrika viele Hilfsprogramme gesehen, die zwar wohl sicher gut gemeint waren, aber aus unserer Sicht ihren Zweck nicht wirklich erfüllt hatten. Wenn Leute Hilfsgüter ohne eigenen Einsatz oder Aufwand erhalten, wissen sie sie all zu oft auch nicht zu schätzen. Zudem nützen ihnen teure technische (z.B. medizinische) Apparaturen nichts, wenn sie niemand richtig bedienen, geschweige denn reparieren kann und sie nach 3 Monaten wegen eines an sich kleinen Defekts unbenützbar in einer Ecke vor sich hin rosten. Ähnlich sieht es bei gespendeten Baumaschinen und Fahrzeugen aus. Diese werden nicht selten ohne jegliche Unterhalts- und Servicearbeiten - wie zum Beispiel einem simplen Ölwechsel – solange gefahren, bis sie den Geist aufgeben und einfach stehen gelassen werden. Dass dies nach bereits relativ kurzer Zeit der Fall ist, überrascht bei dieser Behandlung nicht! Aber nicht so schlimm, der Spendenonkel im Weihnachtsmann-Kostüm liefert ja innert Kürze Ersatz frei Haus! Uns stört auch, dass verschiedene Hilfsorganisationen mittlerweile so aufgebläht sind, dass die Administration einen grossen Teil der Spenden weg frisst. Und weshalb nur müssen Hilfswerksmitarbeiter immer mit den allerneusten Fahrzeugen, meistens irgendwelche Nach-Nach-Nach-Nachfolgemodellen unseres Toyotas, unterwegs sein? Ganz zu schweigen von den wenigen? schwarzen Schafen die sich am Hilfswerksbuisness eine goldene Nase verdienen.
Wir sind uns bewusst, dass wir mit unserer Einschätzung hier recht pauschalisiert haben und dem einen oder anderen Projekt oder Organisationen Unrecht tun. Natürlich fällt es insbesondere in Europa, weit ab vom Schuss, unheimlich schwer einzuschätzen welches die unterstützungswürdigen Projekte sind. Deshalb haben wir uns entschieden, dass wir zukünftig nur noch Projekte unterstützen werden, die wir selber kennen oder zu welchen wir eine verlässliche Bezugsperson haben. Eines dieser Projekte wird mit Sicherheit Cat Village sein!

Wir hatten uns vorgestellt, dass wir die Tage, die wir mit Warten auf unsere Visa in Pretoria verbringen müssten, sinnvoll mit der Hilfe im Cat Village nutzen würden. Nur klappte es ja mit keinem Visum und deshalb viel unser Aufenthalt im Cat Village auch etwas kürzer aus als gedacht. Während unseren 5 Tagen konnten wir bei den Tieren selber wenig mithelfen. Bei Irma, Herbert und den Freiwilligen sitzen alle Handgriffe und sie haben eine gewisse Routine im Ablauf. Wir wollten ursprünglich helfen, die Katzenhäuschen zu isolieren, aber mittlerweile haben sich Freiwillige gefunden, die sich darauf spezialisiert haben. Aber Arbeit gibt’s immer. Irma und Herbert konnten das Nachbarsgrundstück des Cat Village ergattern, und Herbert war dabei im Alleingang eines der Gebäude in ein richtiges Wohnhaus umzubauen. Zukünftig werden die beiden direkt neben ihren Tieren wohnen. Wir halfen also Herbert beim Umbau. Unser Hauptjob war das bekleckern der Wände mit neuer Farbe. Nach zahlreichen Stunden pinseln sind wir nun noch nicht gerade Profis, haben aber so unsere Erfahrungen gemacht… Wir konnten gleich neben dem neuen Haus campieren und das eben fertig gestellte Badezimmer benutzen. Mali genoss den freien Auslauf auf dem grossen Gelände und unsere abendliche Frisbee-Runden. Auf dem selben Grundstück wohnen auch 70! (früher 140) schwarze Gastarbeiter, vorwiegend aus Malawi. Sie helfen mit ihren äusserst bescheidenen Mietzinsen das neue Grundstück zu finanzieren. Für uns war es  sehr interessant, einige Tage so eng mit einer schwarzen Gemeinschaft zusammen zu leben. Wir staunen immer wieder über die trotz widriger Lebensumstände herzliche Freundlichkeit und Fröhlichkeit der schwarzen Bevölkerung. „Unsere“ Malawier haben gemeinsam eine einzige richtige Toilette. Die Wasserversorgung für alle besteht in zwei Kaltwasserhähnen im Freien. Dort wird in Eimern Geschirr oder Wäsche gewaschen und Wasser geholt für die Körperwäsche. Die Wohnungen bestehen aus einfachen Wohn-/Schlafzimmern mit oder ohne Elektrizität. Und trotzdem sind diese Leute zufriedener als manche Luxuswohnungsbesitzer in Europa!

Bei Irma und Herbert hat es immer Platz für freiwillige Helfer! Warum also nicht mal einen tollen Südafrikaurlaub mit einigen Tagen sinnvollen Frondienstes verbinden? Wir stellen gerne den Kontakt zwischen Interessenten und dem Cat Village her! Wem das zu umständlich ist, kann Cat Village und die neuen Projekte natürlich auch finanziell unterstützen:
Nedbank Northmead, Branch Code 194842, Account No.: 1948069105, Account Name: Cat Village SA
Obwohl es uns weiterzog viel uns der Abschied von Cat Village und den beiden so lieben und interessanten Menschen schwer. Aber wir nehmen wertvolle Erinnerungen mit an ein Projekt, das wirklich funktioniert. Und Mali freut sich über den riesigen Sack Hundefutter, den wir zum Dank erhielten.

Von Cat Village konnten wir uns erst am Mittag los reissen und kamen an diesem Tag nicht mehr gerade weit. Weil es heftig gewitterte, hätten wir gerne eine Backpacker-Unterkunft gehabt. Aber wir wären nur schon glücklich gewesen, wenn wir einen Campingplatz gefunden hätten. So endeten wir beim Eindunkeln rund 100km vor Swazilands Grenze in einem offiziellen Bush Camp. Leider war die Anlage verlassen, verschlossen und wohl schon seit längerem nicht mehr genutzt worden. Dafür wars gratis… Selbstverständlich fuhren wir am nächsten Morgen - nach einer Baum-von-der-Strasse-Entfernungs-Aktion-im-Nieselregen - auf den ersten 20 km mindestens an 4 Campingplätzen vorbei! Nach einem Shoppingstopp in Barberton nahmen wir die letzten 40 km Südafrika unter die Räder. Wir hatten uns für den kleinen Grenzübergang Josefsdal in Swazilands Nordwesten entschieden. Dahin führte uns eine kaum befahrene, holprige Schotterstrasse durch unbewohntes, dicht bewaldetes Hügelland. Von strömendem Regen über stockdichten Nebel und gleissenden Sonnenschein begeleitete uns jede Wetterkonstellation. Die Ausreise aus Südafrika ging zügig von statten, auch wenn wir zum ersten Mal Malis internationales Gesundheitszeugnis aus Namibia zeigen mussten. Dafür interessierte sich der Grenzbeamte keinen Deut dafür, dass Barbaras Südafrikavisum im alten, mittlerweile ungültig gestempelten Pass war. Wir waren zu faul gewesen, das Visum in den neuen Pass übertragen zu lassen. Aber der Grenzbeamte hat es nicht einmal gemerkt oder aber vielleicht geglaubt, dass alle Schweizer Pässe gelocht sind…

Südafrika hatte uns nie gereizt, nach Südafrika wollten wir eigentlich nicht wirklich und von Südafrika hatten wir nichts erwartet. Südafrika hat uns in jeder Hinsicht positiv überrascht, Südafrika ist ein fantastisches und einfaches Reiseland, wir haben Südafrika lieben gelernt!

Maputo, 6. Februar 2007